Das Storchennest befindet sich auf privatem Grund.
Die angrenzenden Wiesen sind ausschließlich den Kindern der Naturgruppe als Durchgang vorbehalten.
Wir bitten daher höflich, das Gelände nicht als Picknickfläche oder Durchgang für Besucher des Storchennestes zu nutzen.
Es handelt sich um Nutzfläche und Privatgrundstück.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Tagebucheintrag â Zeit fĂŒr die Storchennest-Wartung
Heute ist wieder einer dieser besonderen Momente im Jahreslauf unseres Storchennestes. Ein bisschen Vorfreude, ein bisschen Spannung â und vor allem ganz viel Dankbarkeit.
Bevor ich vom eigentlichen Einsatz erzĂ€hle, möchte ich etwas voranstellen: Ich bin wirklich froh, in Kolbermoor zu leben â einer Stadt, die sich aktiv fĂŒr Umwelt, Klimasenschutz und Umweltbildung einsetzt. Hier wird nicht nur geredet, hier wird gemacht. Und ich werde jedes Jahr aufs Neue unterstĂŒtzt.
Ein groĂes Dankeschön geht an den Bauhof Kolbermoor â fĂŒr die HebebĂŒhne und die tatkrĂ€ftigen Mitarbeiter, die mich zuverlĂ€ssig bei der jĂ€hrlichen Nestwartung begleiten. Ohne euch wĂ€re das alles gar nicht möglich. Ebenso danke ich von Herzen Familie Beck, die ihr GrundstĂŒck fĂŒr unser Storchennest zur VerfĂŒgung stellt. Ein wunderbarer Platz fĂŒr unsere Störche â und ganz nebenbei gibt es im Hofladen einfach die besten Eier đ.
Die Nestreinigung wird innerhalb der nĂ€chsten zwei Wochen stattfinden, abhĂ€ngig von BodenverhĂ€ltnissen und unserem Zeitmanagement. Ein genaues Datum lĂ€sst sich leider erst kurzfristig festlegen â wie so oft entscheidet am Ende das Wetter mit.
Der erste Gast kam am 11.03.2025 auf’s Nest
Viele fragen sich: Warum braucht ein Storchennest ĂŒberhaupt Wartung?
Ăber die Jahre sammelt sich im Nest einiges an â Ăste, Erde, Federn, aber leider auch MĂŒll (Allerdings glaube ich ist Kolbermoor wirklich sauber & ich konnte nicht sehen, dass Alex & Kaira MĂŒll ins Nest zogen. Dazu kommen Kotreste und Feuchtigkeit. Wird das Material zu dicht, kann Regenwasser nicht mehr abflieĂen. StaunĂ€sse entsteht, Bakterien und Pilze finden ideale Bedingungen. Besonders problematisch kann dabei Aspergillose sein, eine Pilzerkrankung der Atemwege, die fĂŒr Störche gefĂ€hrlich werden kann.
Deshalb wird das Nest regelmĂ€Ăig:
ausgeharkt
von MĂŒll und alten Resten befreit
aufgelockert, damit Wasser ablaufen kann
und anschlieĂend neu und trocken aufgepolstert
So entsteht ein hygienisches, sicheres Zuhause fĂŒr die kommende Brutsaison. NatĂŒrlich wird auch die Kamera von Spinnweben & Witterungsschmutz befreit.
Und dann kommt mein Lieblingsmoment.
Wenn alles vorbereitet ist. Wenn die BĂŒhne wieder unten ist. Wenn das Nest bereitsteht.
Dann heiĂt es: Ton an â und warten.
Warten auf das erste Klappern. Auf einen Schatten am Himmel. Auf unsere ersten GĂ€ste.
Ob Kaira und Alexander wiederkommen?
Jedes Jahr fĂŒhlt sich das an wie ein kleines Wunder.
Hier gibt es Artikel zum Thema Beitragsservice auch ohne Bezahlschranke zu lesen. Das ganze zieht Kreise, dass hÀtt ich so auch nicht gedacht. Selbst im Fokus stand das online. Zuallererst aber schrieb Mathias Weinzierl (Danke an dich, wie toll du Deine Artikel machst, ich schÀtze dich mittlerweile sehr).
PLUS-Artikel auf Ro24.de https://www.rosenheim24.de/rosenheim/mangfalltal/kolbermoor-ort45141/kolbermoorerin-cindy-kock-42-soll-rundfunkgebuehren-fuer-storchennest-zahlen-94125819.html
Auch www.Nordkurier.de https://www.nordkurier.de/kommentare/immer-wieder-rundfunkbeitrags-irrsinn-das-schadet-dem-wichtigen-auftrag-4280441
Danke an www.Fokus.de fĂŒr den Bericht https://www.focus.de/finanzen/dachte-das-sei-ein-scherz-frau-soll-gez-beitrag-fuer-storchennest-zahlen_2616bc8c-e485-4954-b5d3-b9daba4e1c19.html
Ein Erlebnis zwischen BĂŒrokratie, Natur und absoluter AbsurditĂ€t
Manchmal erlebt man Dinge, bei denen man sich fragt, ob man gerade in einer versteckten Kamera gelandet ist. So ging es mir, als ich ein Schreiben einer Firma erhielt, ich nenne jetzt mal bewusst keine Namen, erhielt. Und zwar geht es um die gröĂte Deutsche Beitragsfirma. Ich möge doch bitte RundfunkbeitrĂ€ge fĂŒr meine âBetriebsstĂ€tte Storchenhorstâ zahlen. Schon der Briefkopf: „Storchennest Kolbermoor“ und dazu meine Privatanschrift.
Aufgrund vom Datenschutz & um keine rechtlichen Namen zu verwenden hab ich geschwÀrzt. Das glaubt ja sonst keiner dass das echt ist.
Ja, richtig gelesen. Also öffne ich den Brief, wĂ€hrend ich noch ĂŒberlege, ob ich jemals irgendwelche TV Mitschnitte mal in Videos gepackt habe, oder ein Radio lief, der mitgestreamt wurde. (völlig Banane)… Und wie ich da so saĂ, musste ich halt wirklich zweimal schauen. Die wollen doch wirklich Beitragszahlungen fĂŒr meine BETRIEBSSTĂTTE. Folglich, weil ich ja im Verzug bin, gibt es auch keine Beitragsnummer, sondern erstmal direkt ein AKTENZEICHEN… (Im Brief wurde ja angemerkt ich solle die Beitragsnummer angeben. Welche denn? Ich wurde ja direkt als AKTENZEICHEN gefĂŒhrt. Wie eine Angeklagte fĂŒhlt sich das ja fast an. Just in dem Moment wusste ich nicht ob ich lachen oder einen Papierflieger basteln soll. Das kann nicht euer Ernst sein und beschliesse diesen „Service“ mit 3 Buchstaben anzurufen…
Der nÀchste Gedanke: Empfangt der Storch Antenne Bayern?
Also rief ich dort an. Höflich. Ruhig. Noch. Meinte – ich denke hier liegt glaube ich ein MissverstĂ€ndniss vor. Es handelt sich um einen Storchenhorst.
Meine nĂ€chste Frage war, ob das wirklich ernst gemeint sei â oder ob ein vielleicht, vermutlich, mal landender Senderstorch âAntenne Bayernâ mit seinem Sender am RĂŒclen empfĂ€ngt und ĂŒber den Mast ausstrahlt. Ich wollte ja nur sicherstellen, dass ich nicht aus Versehen Betreiber eines neuen Funkmastes mit gefiederter Belegschaft geworden bin.
Die Antwort war trocken: âEs geht nicht um Ihre Privatanschrift, sondern um Ihre BetriebsstĂ€tte.â
BetriebsstÀtte? Auf einem zehn Meter hohen Horst?
Also fragte ich nach. Wieder höflich, diesmal leicht irritiert:
âWo bitte ist ein Stahlmast auf einer Wiese, mit einem Storchennest obendrauf, eine BETRIEBSSTĂTTE? Das ist, wenn ĂŒberhaupt, eine BRUTSTĂTTE.â TemporĂ€r, versteht sich. So ein Vogerl fliegt bekanntlich etwa MĂ€rz ein und zieht im August/September wieder weg.
Daraufhin fragte man mich allen Ernstes, ob dort Gewerbe angemeldet sei. Oder ob ich Angestellte hÀtte.
Ich musste sehr deutlich hörbar ausatmen.
KI-Generiert (Danke Janine)
Angestellte? Ich? Oder der Storch?
Ich stellte mir kurz vor, wie der Storch seine Arbeitszeit stempelt. Wie er eine Pause einlegt, den Bundesadler grĂŒĂt und sich dann wieder auf die Eier setzt.
Ein Gewerbe? Auf einem Storchennest? Ein Arbeitsplatz auf zehn Metern Höhe, fĂŒr Vögel? Ich bin noch nicht mal ein eingetragener Verein. Ich bin einfach nur eine Privatperson, die mit Kindern einen Storchenhorst gebaut hat. FĂŒr was ich Angestellte benötige? Das jemand unten steht, im 8 Stunden Turnus, bestenfalls in Vollzeit und natĂŒrlich mit Arbeitsschutztechnischer Pause. Kontrolliert der Angestellte Mensch dann ob der Masten nicht irgendwie auf die Idee kommt sich jetzt lieber 5 Meter zu bewegen? Oder sammelt der unten Federn auf, putzt abgekackten Kot oder zĂ€hlt unterdessen ob noch alle HĂŒhner vom Hof beisammen sind?
Achtung IRONIE das habe ich so am Telefon nicht mehr gesagt, ich glaube dann wĂ€re sie völlig ĂŒberfordert gewesen mit mir.: Freilich, selbstverstĂ€ndlich verfĂŒge ich ĂŒber zahlreiche Zweigstellen. Die wichtigste befindet sich natĂŒrlich in Spanien, auf der hochseriösen Adresse MĂŒlldeponie 32b â ein absoluter Hotspot der internationalen Storchenszene, versteht sich. Eine weitere Filiale betreibe ich â wie könnte es auch anders sein â in Afrika, charmant gelegen gleich rechts neben der Giraffe, direkt am Affenbrotbaum. Sehr exklusiv, sehr abgeschieden, und bestens geeignet fĂŒr all jene, die den besonderen Duft der Wildnis schĂ€tzen. Und ja, selbstverstĂ€ndlich fĂ€hrt der Storch mit der erhabenen Ringnummer XYZ123 persönlich meinen Jeep. Er macht damit hochqualifizierte Safaritouren fĂŒr Erstjahres-Einflugsstörche, um ihnen ihr vorĂŒbergehendes Domizil schmackhaft zu machen. Marketing ist schlieĂlich alles â gerade im Vogelimmobiliensektor. Falls Sie zudem wegen einer möglicherweise noch freien Zweigstelle fragen: Am Wasserloch 14 aâf wĂ€ren eventuell noch ein paar Premium-SchlafplĂ€tze verfĂŒgbar â direkt neben Zebras und Gazellen, allerdings mit leichtem NĂ€sse-Risiko und gelegentlicher HyĂ€nen-LĂ€rmbelĂ€stigung. DafĂŒr aber mit groĂzĂŒgiger Abendbrise.BezĂŒglich des Fahrzeugs noch zur Beruhigung: Der Jeep wĂ€re natĂŒrlich ordnungsgemÀà in Deutschland zugelassen. Man mĂŒsste lediglich noch klĂ€ren, ob ich die Kfz-Steuer in Anbetracht meines internationalen StorchengeschĂ€fts auch korrekt abgesetzt habe. Aber mei, oh mei ⊠BĂŒrokratie ist ja bekanntlich etwas fĂŒr Menschen â nicht fĂŒr Störche.
Ich bestĂ€tigte also, dass es sich tatsĂ€chlich â Ăberraschung â um ein Vogelnest handelt. Ohne BĂŒro. Ohne Mitarbeiter. Ohne Umsatz. Nur Natur. In kurzen prĂ€gnanten Worten. Ein VO-GEL-NEST. Im Freien. Keine HĂŒtte. Bekanntlich wohnt ein Storch nicht in einem Haus. Er schaut kein TV und auch hört er nicht Radio.
Das ĂŒberraschende Ende
Daraufhin wurde mir schlieĂlich mitgeteilt:
âAchso⊠ja. Dann schlieĂen wir das Aktenzeichen mit diesem Vermerk.â
Fazit
Dieser Vorfall zeigt erneut, wie weit BĂŒrokratie und RealitĂ€t manchmal auseinandergehen. Wenn ein Storchennest plötzlich als BetriebsstĂ€tte gilt, ist vielleicht weniger der Storch das Problem â sondern die FlĂŒgel, die die Vernunft mancher Akten ĂŒber Jahrzehnte hinweg davongetragen haben. Ich habe auch lange ĂŒberlegt, ob ich dazu nicht direkt ein Video mache. Aber diese BĂŒhne gebe ich dem Verein nicht. Ehrlich gesagt bin ich mir noch nicht mal sicher ob die Person am Telefon das ganze verstanden hat. Oder sie war absolut Professionell ohne jegliche Emotion.
So ein paar Stunden spĂ€ter kann ich einfach nur noch darĂŒber lachen und dann gleich nochmal. Warum? Gerade am gestrigen Tag, hatten meine Hortkinder eine Hausaufgabe mit einer Umfrage zu Deutschland. Was typisch Deutsch ist und man beantwortere mit „Stimme zu, Stimme nicht zu“. Und abschlieĂend sollten die Erwachsenen mit einem Wort Deutschland beschreiben. Meine Antwort (noch vor diesem Schreiben) war: BĂŒrokatie.
Ich glaube damit beende ich dieses Thema und konnte euch den ein oder anderen Schmunzler fĂŒr die Wartezeit auf die Störche entlocken. Danke an Janine vom Storchennest Fohrde fĂŒr das sauwitzige Bild zu den Störchen mit nem Kofferradio. (PS: Vielleicht hören sie ja auch Radio Schleswig Holstein)… Oder wie hier, sie schauen am TV GerĂ€t einem anderen Nest zu đ
wĂ€hrend ich diese Zeilen âschreibeâ, ruht Afrika warm unter meinen FlĂŒgeln. Die Luft trĂ€gt den Duft des trockenen Grases, und die Sonne legt sich wie ein sanfter Mantel auf mein Gefieder. Hier verbringe ich meinen Winter â sicher, satt und von der WĂ€rme umarmt.
Doch so weit ich auch fliege, ein Teil meines Herzens bleibt immer bei euch. Oft denke ich an die kalten Morgen, wenn eure Felder unter weiĂem Atem schlummern und die DĂ€cher im Frostlicht glitzern. Auch wenn der Winter euch still macht, weiĂ ich, dass ihr uns nicht vergesst.
Ihr schĂŒtzt unsere Nester, eure HĂ€nde bewahren unsere Wiesen, eure Herzen tragen Verantwortung fĂŒr Natur und Art. FĂŒr all das bin ich dankbar â mehr, als ein Storch klappern kann.
Manchmal, wenn der afrikanische Abend sich rot ĂŒber den Himmel legt, spĂŒre ich ein Ziehen in mir. Es ist das Fernweh, das mich jedes Jahr zurĂŒck zu euch ruft. Eine Sehnsucht, die tiefer fliegt als jeder Wind. Dann stelle ich mir vor, wie der FrĂŒhling langsam ĂŒber eure Landschaft wandert, wie die BĂ€che wieder zu reden beginnen und wie ihr nach oben schaut, wenn wir zurĂŒckkehren.
Bald wird der Himmel mir das Zeichen geben. Bald hebe ich ab, mit tausend warmen Gedanken in meinen Schwingen. Und wenn ich dann ĂŒber eure HĂ€user gleite, wisst ihr: Ich bin wieder da.
Bis dahin bewahrt ihr den Winter fĂŒr mich â und ich bewahre die Vorfreude fĂŒr uns beide.
Wenn das Jahr leiser wird und die NĂ€chte lĂ€nger sind, kehrt eine besondere Stimmung ein. Weihnachten erinnert uns daran, innezuhalten â nicht nur im AuĂen, sondern auch in uns selbst. Es geht um NĂ€he, um MitgefĂŒhl, um das bewusste Wahrnehmen dessen, was uns verbindet.
Auch wenn das Kolbermoorer Storchennest in diesen Wochen leer scheint, ist es voller Leben. Voller Erinnerungen an eine Saison, voller gemeinsamer Momente, GesprĂ€che, Gedanken und Emotionen. Menschen aus ganz unterschiedlichen Richtungen sind hier zusammengekommen â verbunden durch den Blick zum Nest, durch Geduld, durch Liebe zur Natur und zum Leben.
Der Storch steht dabei sinnbildlich fĂŒr das, was Weihnachten ausmacht: RĂŒcksicht, Verantwortung und NĂ€chstenliebe. FĂŒr den achtsamen Umgang mit unserer Umwelt und fĂŒreinander. FĂŒr das Bewahren dessen, was uns anvertraut ist â leise, respektvoll und mit Herz.
Im Nest wirdâs still zur Weihnachtszeit, der Wind erzĂ€hlt von Menschlichkeit. Kein FlĂŒgelschlag, kein lauter Ruf â doch Hoffnung liegt in jedem Ruf nach Frieden, WĂ€rme, MitgefĂŒhl, nach Achtsamkeit fĂŒr jedes Ziel.
Der Storch, er lehrt uns Jahr fĂŒr Jahr: Was wirklich zĂ€hlt, ist schlicht und wahr. Ein offenes Herz, ein gutes Wort, Respekt fĂŒr Leben â hier und dort.
Nicht Glanz, nicht Gold, nicht schnelles Mehr, NĂ€chstenliebe wiegt so viel mehr. Heiligabend flĂŒstert leis: Bewahr das Leben, jeden Kreis von Mensch, Natur und aller Zeit, auf dieser einen, groĂen Weit.
Zum Ende dieses Jahres möchte ich von Herzen Danke sagen. Danke fĂŒr die unglaublich schönen GesprĂ€che im Chat und privat, fĂŒr den respektvollen Austausch unter Storchenfreunden, fĂŒr Wissen, Humor, MitgefĂŒhl und Zusammenhalt. Danke an alle Zuschauer, die diese Reise durch 2025 zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.
FĂŒr das neue Jahr und die kommende Saison wĂŒnsche ich mir wieder genauso lebendige GesprĂ€che, echtes Miteinander, einen offenen Austausch unter Storchenfans â und natĂŒrlich ein neues Storchenpaar, gesunde Jungstörche und viele berĂŒhrende Momente am Kolbermoorer Storchennest.
Es wird eine wunderbare Reise ins zweite Kolbermoorer Storchenjahr. Ich freue mich sehr darauf, sie gemeinsam mit euch zu erleben.
Frohe, besinnliche Weihnachten und einen friedvollen Heiligabend đ€đïž
ich hoffe ihr geniesst die ruhige Adventszeit. Bevor ich mich jedoch in die Weihnachtspause verabschiede, möchte ich euch eine Zusendung zeigen unserer Kolbermoorer Winterstörche. Anschauen – freuen đ ( Anklicken fĂŒr volle GröĂe) Eure Cindy
Und kaum hatte ich heute den Beitrag gepostet – schon bekam ich den einen von Mittwoch heute wieder vor die Linse. Er/Sie ist links beringt. Der Schnabel dunkel – allerdings eher bedingt durch die Futtersuche im Nasskalten Schneeregen heute. Es war mir allerdings leider nicht möglich den Ring auszulesen, dazu reichte die Kamera nicht aus dem Aute raus (Handy). Vielleicht kann ich mal mit einer guten Kamera mich auf die Lauer legen.
Ansonsten, hier einfach mal meine Fotos von heute. (anklicken fĂŒr volle GröĂe)
Es sind besondere Wintertage, an denen Kolbermoor ein kleines Naturwunder bereithĂ€lt. Sieben Winterstörche â ja, tatsĂ€chlich sieben! â halten sich aktuell rund um das groĂe Nest auf. Man sieht sie zwischen Willing und hinĂŒber Richtung Pullacher Kreisel, wie sie majestĂ€tisch ĂŒber die Felder schreiten oder in der NĂ€he des Nestes ruhen, als hĂ€tten sie beschlossen, dass Kolbermoor ihr Winterdomizil wird. Zumeist erhalte sich Sichtungsmeldungen Höhe der Wiesen bei Schlarbhofen. Ich selber habe am Mittwoch einen wirklich groĂen im Feld gesehen, ziemlich nah zum Radweg sogar. Leider keine Chance anzuhalten, durch den Berufsverkehr.
Auch via Anruf einer Dame, die sich Sorgen um die Störche machte. Der Kontakt kam sogar via unserer hiesigen Feuerwehr zustande, die an mich weitergeleitet hat. Danke dafĂŒr.
Es fĂŒhlt sich jedes Mal wie ein kleines GlĂŒck an, ihnen zu begegnen. Wer aus der Gegend ist und die Augen offen hĂ€lt, hat gute Chancen, diese beeindruckenden Vögel zu entdecken. Ob es frĂŒher schon Störche im Winter in unserem schönen Kolbermoor gab, kann ich nicht sagen. Mir wĂ€re es jedenfalls noch nicht aufgefallen. Prien, definitiv.
KI Generiert
Vielleicht spricht sich nur das Nest auch rum?! Die Chancen somit ein relativ frĂŒh besetztes Nest 2026 zu bekommen erhöht sich schon signifikant daruch.
Ich wĂŒrde mich riesig freuen, wenn ihr mir Bildzuschriften mit Genehmigung zur Veröffentlichung zukommen lasst â ob von heute, gestern oder einem ganz besonderen Moment. Gemeinsam können wir dieses seltene Schauspiel festhalten und teilen.
Und ich weis, ich habe viele Zuschauer die aus der Region kommen. Vielen vielen Dank vorab.
đȘ¶ Tagebucheintrag â Ein besonderer Fund vom 10. September
Am 10. September â ĂŒbrigens der Geburtstag meiner groĂen Tochter â erreichte mich eine Zusendung, die schon eine Weile zurĂŒckliegt, aber definitiv einen Platz hier im Tagebuch verdient. Die Absenderin ist eine sehr treue Zuschauerseele und zugleich eine aktive Foristin im LBV. Sie hat mir freundlicherweise erlaubt, euch ihre wunderbaren Aufnahmen zu zeigen und hier zu posten. (Bitte beachtet dennoch das Copyright und verbreitet die Bilder nicht ohne Zustimmung.)
ZunĂ€chst hatte die Zusenderin vermutet, es handle sich bei den beiden Störchen auf den Wiesen um Pitti & Platsch, die zuvor in Göttin an der Kirche gesehen wurden. (Funfact am Rande: Mein Sohnemann trainiert beim SV Götting bei den ganz Kleinen im FuĂballverein â die Welt ist manchmal wirklich klein!)
Doch beim genaueren Hinsehen stellte sich heraus, dass beide Störche keine Ringe trugen. Das machte die Sache spannend! Nach einigen weiteren Vergleichen und Abgleichen kam mir schnell der Gedanke, dass es sich vielleicht um Alexander und Kaira handeln könnte.
Als ich dann jedoch die Bilder und Videos aus unserem Nest noch einmal ganz genau zum Vergleich heranzog â und schlieĂlich die andere Seite der Störche auf den Wiesen zu sehen war â schied Kaira eindeutig aus.
Bei einem der beiden bin ich mir allerdings zu 95 % sicher, dass es sich um Alexander handelt. Die deutliche V-LĂŒcke an den linken Schwingen, die lange, markante Feder ganz vorne sowie die grauen Marker in den schwarzen Federn sind ganz typisch fĂŒr ihn. Beim zweiten Storch zeigte sich spĂ€testens auf der rechten Seite, dass es nicht Kaira sein kann. (Anklicken fĂŒr volle gröĂe)
So oder so â ob es nun tatsĂ€chlich Alexander in Begleitung war oder nicht â die Bilder sind einfach wunderschön und ich freue mich, sie mit euch teilen zu dĂŒrfen. Gerade jetzt, wo im Nest Ruhe eingekehrt ist, sind solche kleinen Entdeckungen eine tolle Abwechslung und ein StĂŒck Verbindung in der Saisonpause. Und wenn ihr groĂe Langeweile habt, lasst euer Adlerauge mal spielen. Bin gespannt was ihr denkt? đ
Ein ganz herzliches Dankeschön an die liebe Zusenderin fĂŒr das Bereitstellen der Fotos! đ
Ich wĂŒnsche euch allen einen guten Start in die nun zunehmend herbstlich werdende Zeit â und haltet die Augen weiterhin offen auf unserer Website. Wenn alles klappt, erwartet euch zur Weihnachtszeit eine ganz besondere Ăberraschung! đâš
Pitti & Platsch mussten schon frĂŒh lernen, sich zu behaupten. Unser Alexander war ganz sicher noch sehr unerfahren. Wir hatten extrem heiĂe Tage, an denen er idealen Schatten spendete â aber auch viele, an denen er einfach ĂŒber Stunden hinweg abwesend war.
Kaira konnte irgendwann nicht anders, als Nutzen und Risiko abzuwĂ€gen â und lieĂ die Kleinen bereits mit drei Wochen alleine im Nest zurĂŒck. Sie musste Wasser holen, Futter bringen. RĂŒckblickend kann man fast sagen, es war mehr GlĂŒck als Verstand, dass nicht ein Milan â und davon gibt es hier ĂŒber den Feldern wirklich viele â sich eine schnelle Mahlzeit holte.
Einmal hatten wir sogar einen fremden Storch auf Stippvisite. Doch der kleine Platsch zeigte ihm gleich, wer hier das Sagen hat. Ich erinnere mich noch gut an den kleinen Frechdachs â einmal schnappte er sogar nach Papa!
Nein, einfach hatten sie es wirklich nicht. Und trotzdem haben sie es allen gezeigt. Sie wuchsen, sie gedeihten. Jede Nacht schenkten sie uns wunderschöne Kuschelbilder â und selbst am Tag waren sie ein Herz und eine Seele. Mit Spannung konnte man tĂ€glich beobachten, wie sie sich zankten, um Gewölle, oder wie sie beim Futter einen regelrechten Tanz des Gierigen auffĂŒhrten. Ich sage nur: Ratte.
Und irgendwann, als sich die Routine schon fast eingeschlichen hatte, war es soweit: Die ernsthaften FlugĂŒbungen begannen. Alexander hatten wir da schon fast zwei Wochen nicht mehr gesehen â wir gingen wirklich davon aus, dass er unterwegs war. Doch kaum tauchten mehrfach Fremdstörche auf, war er wie durch Zauberhand wieder da.
Der Jungfernflug â mit Spannung erwartet. Ich hatte ein grobes Zeitfenster im Kopf, wann es theoretisch so weit sein könnte. Und tatsĂ€chlich behielt ich recht: Durch die lange Regenperiode und die fehlenden ĂbungsflĂŒge verschob er sich um gut eine Woche nach hinten. Und dann war es soweit. Beide hoben ab.
Einer der schönsten, bewegendsten Momente fĂŒr mich. Vielleicht sogar der emotionalste seit dem Start dieses Projekts. Klar, es ist schon etwas Besonderes, ĂŒberhaupt ein Paar zu haben, Eier zu sehen, das SchlĂŒpfen mitzuerleben und gemeinsam durch die schwierigste Zeit zu gehen, bis die Kleinen âaltâ genug sind.
Aber einen Jungfernflug zu erleben â im ersten Jahr, mit einem Projekt, das gemeinsam mit Kindern entstanden ist â das ist (abgesehen von meinen eigenen Kindern) fĂŒr mich das allergröĂte GlĂŒcksgefĂŒhl ĂŒberhaupt.
Und dieses GlĂŒck nicht alleine zu feiern, sondern mit der GrundstĂŒcksbesitzerin, die durch das Bereitstellen des Platzes einen so wichtigen Beitrag leistet, mit dem Chat, mit vielen Menschen, die man auch persönlich trifft und die fragen: âSind Sie Frau Kock vom Storchennest?â â das ist schon sehr ergreifend. Da merkt man erst, wie schön es ist, etwas zu erschaffen, das Menschen begeistert, die vorher gar keine BerĂŒhrungspunkte damit hatten. Plötzlich fiebern sogar Kolbermoorerinnen und Kolbermoorer mit, sitzen vor dem Stream, feiern die Höhepunkte mit â und durchleben mit uns die traurigen Momente.
Traurig ist es auch jetzt: Das Nest ist leer. Nur die Spuren darin zeugen noch davon, dass hier Leben entstand. WĂ€hrend Pitti & Platsch hoffentlich schon sicher in Afrika angekommen sind, sagten Kaira & Alex in der zweiten Augustwoche ebenfalls Lebewohl â und verlieĂen gemeinsam zum letzten Mal in diesem Jahr das Nest.
Trotz aller Stolpersteine hoffe ich fest auf ein Wiedersehen im MĂ€rz oder April 2026. Mit mehr Erfahrung. Mit neuer StĂ€rke. Aber auch jede andere Konstellation wird mich â wird uns â freuen.
Bis dahin ziehe ich mich etwas zurĂŒck. Die Saison ist vorĂŒber. NatĂŒrlich schaue ich immer wieder in den Chat und freue mich, dass er weiterlebt. Im FrĂŒhjahr wird auch der Ton wieder aktiviert. Und bis dahin beobachten wir, wie die BlĂ€tter an den BĂ€umen weniger werden â und genieĂen die schöne Bergwand.
Bis es wieder heiĂt: Was klappert denn da?
Eure Cindy â„
PS: FĂŒr die Adventszeit möchte ich versuchen, einen Adventskalender fĂŒr euch umzusetzen. Wie genau â das seht ihr, wenn es geklappt hat đ