Tagebucheintrag – Zeit für die Storchennest-Wartung
Heute ist wieder einer dieser besonderen Momente im Jahreslauf unseres Storchennestes. Ein bisschen Vorfreude, ein bisschen Spannung – und vor allem ganz viel Dankbarkeit.
Bevor ich vom eigentlichen Einsatz erzähle, möchte ich etwas voranstellen:
Ich bin wirklich froh, in Kolbermoor zu leben – einer Stadt, die sich aktiv für Umwelt, Klimasenschutz und Umweltbildung einsetzt. Hier wird nicht nur geredet, hier wird gemacht. Und ich werde jedes Jahr aufs Neue unterstützt.
Ein großes Dankeschön geht an den Bauhof Kolbermoor – für die Hebebühne und die tatkräftigen Mitarbeiter, die mich zuverlässig bei der jährlichen Nestwartung begleiten. Ohne euch wäre das alles gar nicht möglich.
Ebenso danke ich von Herzen Familie Beck, die ihr Grundstück für unser Storchennest zur Verfügung stellt. Ein wunderbarer Platz für unsere Störche – und ganz nebenbei gibt es im Hofladen einfach die besten Eier 😉.
Die Nestreinigung wird innerhalb der nächsten zwei Wochen stattfinden, abhängig von Bodenverhältnissen und unserem Zeitmanagement. Ein genaues Datum lässt sich leider erst kurzfristig festlegen – wie so oft entscheidet am Ende das Wetter mit.

Viele fragen sich: Warum braucht ein Storchennest überhaupt Wartung?
Über die Jahre sammelt sich im Nest einiges an – Äste, Erde, Federn, aber leider auch Müll (Allerdings glaube ich ist Kolbermoor wirklich sauber & ich konnte nicht sehen, dass Alex & Kaira Müll ins Nest zogen. Dazu kommen Kotreste und Feuchtigkeit. Wird das Material zu dicht, kann Regenwasser nicht mehr abfließen. Staunässe entsteht, Bakterien und Pilze finden ideale Bedingungen. Besonders problematisch kann dabei Aspergillose sein, eine Pilzerkrankung der Atemwege, die für Störche gefährlich werden kann.
Deshalb wird das Nest regelmäßig:
- ausgeharkt
- von Müll und alten Resten befreit
- aufgelockert, damit Wasser ablaufen kann
- und anschließend neu und trocken aufgepolstert
So entsteht ein hygienisches, sicheres Zuhause für die kommende Brutsaison. Natürlich wird auch die Kamera von Spinnweben & Witterungsschmutz befreit.
Und dann kommt mein Lieblingsmoment.
Wenn alles vorbereitet ist.
Wenn die Bühne wieder unten ist.
Wenn das Nest bereitsteht.
Dann heißt es: Ton an – und warten.
Warten auf das erste Klappern.
Auf einen Schatten am Himmel.
Auf unsere ersten Gäste.
Ob Kaira und Alexander wiederkommen?
Jedes Jahr fühlt sich das an wie ein kleines Wunder.
Und genau darauf freue ich mich jetzt schon sehr.
