Baldige Nestreinigung & Kamerawartung

Baldige Nestreinigung & Kamerawartung

Tagebucheintrag – Zeit für die Storchennest-Wartung

Heute ist wieder einer dieser besonderen Momente im Jahreslauf unseres Storchennestes. Ein bisschen Vorfreude, ein bisschen Spannung – und vor allem ganz viel Dankbarkeit.

Bevor ich vom eigentlichen Einsatz erzähle, möchte ich etwas voranstellen:
Ich bin wirklich froh, in Kolbermoor zu leben – einer Stadt, die sich aktiv für Umwelt, Klimasenschutz und Umweltbildung einsetzt. Hier wird nicht nur geredet, hier wird gemacht. Und ich werde jedes Jahr aufs Neue unterstützt.

Ein großes Dankeschön geht an den Bauhof Kolbermoor – für die Hebebühne und die tatkräftigen Mitarbeiter, die mich zuverlässig bei der jährlichen Nestwartung begleiten. Ohne euch wäre das alles gar nicht möglich.
Ebenso danke ich von Herzen Familie Beck, die ihr Grundstück für unser Storchennest zur Verfügung stellt. Ein wunderbarer Platz für unsere Störche – und ganz nebenbei gibt es im Hofladen einfach die besten Eier 😉.

Die Nestreinigung wird innerhalb der nächsten zwei Wochen stattfinden, abhängig von Bodenverhältnissen und unserem Zeitmanagement. Ein genaues Datum lässt sich leider erst kurzfristig festlegen – wie so oft entscheidet am Ende das Wetter mit.

Der erste Gast kam am 11.03.2025 auf’s Nest

Viele fragen sich: Warum braucht ein Storchennest überhaupt Wartung?

Über die Jahre sammelt sich im Nest einiges an – Äste, Erde, Federn, aber leider auch Müll (Allerdings glaube ich ist Kolbermoor wirklich sauber & ich konnte nicht sehen, dass Alex & Kaira Müll ins Nest zogen. Dazu kommen Kotreste und Feuchtigkeit. Wird das Material zu dicht, kann Regenwasser nicht mehr abfließen. Staunässe entsteht, Bakterien und Pilze finden ideale Bedingungen. Besonders problematisch kann dabei Aspergillose sein, eine Pilzerkrankung der Atemwege, die für Störche gefährlich werden kann.

Deshalb wird das Nest regelmäßig:

  • ausgeharkt
  • von Müll und alten Resten befreit
  • aufgelockert, damit Wasser ablaufen kann
  • und anschließend neu und trocken aufgepolstert

So entsteht ein hygienisches, sicheres Zuhause für die kommende Brutsaison. Natürlich wird auch die Kamera von Spinnweben & Witterungsschmutz befreit.

Und dann kommt mein Lieblingsmoment.

Wenn alles vorbereitet ist.
Wenn die Bühne wieder unten ist.
Wenn das Nest bereitsteht.

Dann heißt es: Ton an – und warten.

Warten auf das erste Klappern.
Auf einen Schatten am Himmel.
Auf unsere ersten Gäste.

Ob Kaira und Alexander wiederkommen?

Jedes Jahr fühlt sich das an wie ein kleines Wunder.

Und genau darauf freue ich mich jetzt schon sehr.

Wenn der Beitragsservice das Storchennest zur „Betriebsstätte“ erklärt

Wenn der Beitragsservice das Storchennest zur „Betriebsstätte“ erklärt

Ein Erlebnis zwischen Bürokratie, Natur und absoluter Absurdität

Manchmal erlebt man Dinge, bei denen man sich fragt, ob man gerade in einer versteckten Kamera gelandet ist. So ging es mir, als ich ein Schreiben einer Firma erhielt, ich nenne jetzt mal bewusst keine Namen, erhielt. Und zwar geht es um die größte Deutsche Beitragsfirma.
Ich möge doch bitte Rundfunkbeiträge für meine „Betriebsstätte Storchenhorst“ zahlen. Schon der Briefkopf: „Storchennest Kolbermoor“ und dazu meine Privatanschrift.

Aufgrund vom Datenschutz & um keine rechtlichen Namen zu verwenden hab ich geschwärzt. Das glaubt ja sonst keiner dass das echt ist.

Ja, richtig gelesen. Also öffne ich den Brief, während ich noch überlege, ob ich jemals irgendwelche TV Mitschnitte mal in Videos gepackt habe, oder ein Radio lief, der mitgestreamt wurde. (völlig Banane)… Und wie ich da so saß, musste ich halt wirklich zweimal schauen. Die wollen doch wirklich Beitragszahlungen für meine BETRIEBSSTÄTTE. Folglich, weil ich ja im Verzug bin, gibt es auch keine Beitragsnummer, sondern erstmal direkt ein AKTENZEICHEN… (Im Brief wurde ja angemerkt ich solle die Beitragsnummer angeben. Welche denn? Ich wurde ja direkt als AKTENZEICHEN geführt. Wie eine Angeklagte fühlt sich das ja fast an.
Just in dem Moment wusste ich nicht ob ich lachen oder einen Papierflieger basteln soll.
Das kann nicht euer Ernst sein und beschliesse diesen „Service“ mit 3 Buchstaben anzurufen…


Der nächste Gedanke: Empfangt der Storch Antenne Bayern?

Also rief ich dort an.
Höflich. Ruhig. Noch.
Meinte – ich denke hier liegt glaube ich ein Missverständniss vor. Es handelt sich um einen Storchenhorst.

Die Antwort war trocken:
„Es geht nicht um Ihre Privatanschrift, sondern um Ihre Betriebsstätte.“


Betriebsstätte? Auf einem zehn Meter hohen Horst?

Also fragte ich nach.
Wieder höflich, diesmal leicht irritiert:

„Wo bitte ist ein Stahlmast auf einer Wiese, mit einem Storchennest obendrauf, eine BETRIEBSSTÄTTE? Das ist, wenn überhaupt, eine BRUTSTÄTTE.“ Temporär, versteht sich. So ein Vogerl fliegt bekanntlich etwa März ein und zieht im August/September wieder weg.

Daraufhin fragte man mich allen Ernstes, ob dort Gewerbe angemeldet sei.
Oder ob ich Angestellte hätte.

Ich musste sehr deutlich hörbar ausatmen.

KI-Generiert (Danke Janine)

Angestellte? Ich? Oder der Storch?

Ich stellte mir kurz vor, wie der Storch seine Arbeitszeit stempelt.
Wie er eine Pause einlegt, den Bundesadler grüßt und sich dann wieder auf die Eier setzt.

Ich bestätigte also, dass es sich tatsächlich — Überraschung — um ein Vogelnest handelt. Ohne Büro. Ohne Mitarbeiter. Ohne Umsatz. Nur Natur. In kurzen prägnanten Worten. Ein VO-GEL-NEST. Im Freien. Keine Hütte. Bekanntlich wohnt ein Storch nicht in einem Haus. Er schaut kein TV und auch hört er nicht Radio.


Das überraschende Ende

Daraufhin wurde mir schließlich mitgeteilt:

„Achso… ja. Dann schließen wir das Aktenzeichen mit diesem Vermerk.“


Fazit

Dieser Vorfall zeigt erneut, wie weit Bürokratie und Realität manchmal auseinandergehen.
Wenn ein Storchennest plötzlich als Betriebsstätte gilt, ist vielleicht weniger der Storch das Problem — sondern die Flügel, die die Vernunft mancher Akten über Jahrzehnte hinweg davongetragen haben. Ich habe auch lange überlegt, ob ich dazu nicht direkt ein Video mache. Aber diese Bühne gebe ich dem Verein nicht.
Ehrlich gesagt bin ich mir noch nicht mal sicher ob die Person am Telefon das ganze verstanden hat. Oder sie war absolut Professionell ohne jegliche Emotion.

So ein paar Stunden später kann ich einfach nur noch darüber lachen und dann gleich nochmal. Warum? Gerade am gestrigen Tag, hatten meine Hortkinder eine Hausaufgabe mit einer Umfrage zu Deutschland. Was typisch Deutsch ist und man beantwortere mit „Stimme zu, Stimme nicht zu“. Und abschließend sollten die Erwachsenen mit einem Wort Deutschland beschreiben. Meine Antwort (noch vor diesem Schreiben) war: Bürokatie.

Ich glaube damit beende ich dieses Thema und konnte euch den ein oder anderen Schmunzler für die Wartezeit auf die Störche entlocken.
Danke an Janine vom Storchennest Fohrde für das sauwitzige Bild zu den Störchen mit nem Kofferradio. (PS: Vielleicht hören sie ja auch Radio Schleswig Holstein)… Oder wie hier, sie schauen am TV Gerät einem anderen Nest zu 😉

KI Generiert

Winterbrief eines Storches

Winterbrief eines Storches

📜 Winterbrief eines Storches 📜

Liebe Freunde im fernen Deutschland,

während ich diese Zeilen „schreibe“, ruht Afrika warm unter meinen Flügeln. Die Luft trägt den Duft des trockenen Grases, und die Sonne legt sich wie ein sanfter Mantel auf mein Gefieder. Hier verbringe ich meinen Winter – sicher, satt und von der Wärme umarmt.

Doch so weit ich auch fliege, ein Teil meines Herzens bleibt immer bei euch. Oft denke ich an die kalten Morgen, wenn eure Felder unter weißem Atem schlummern und die Dächer im Frostlicht glitzern. Auch wenn der Winter euch still macht, weiß ich, dass ihr uns nicht vergesst.

Ihr schützt unsere Nester, eure Hände bewahren unsere Wiesen, eure Herzen tragen Verantwortung für Natur und Art. Für all das bin ich dankbar – mehr, als ein Storch klappern kann.

Manchmal, wenn der afrikanische Abend sich rot über den Himmel legt, spüre ich ein Ziehen in mir. Es ist das Fernweh, das mich jedes Jahr zurück zu euch ruft. Eine Sehnsucht, die tiefer fliegt als jeder Wind. Dann stelle ich mir vor, wie der Frühling langsam über eure Landschaft wandert, wie die Bäche wieder zu reden beginnen und wie ihr nach oben schaut, wenn wir zurückkehren.

Bald wird der Himmel mir das Zeichen geben. Bald hebe ich ab, mit tausend warmen Gedanken in meinen Schwingen. Und wenn ich dann über eure Häuser gleite, wisst ihr: Ich bin wieder da.

Bis dahin bewahrt ihr den Winter für mich –
und ich bewahre die Vorfreude für uns beide.

Mit dankbarem Klappern
Euer Storch

Frohe Weihnachten

Frohe Weihnachten

Wenn das Jahr leiser wird und die Nächte länger sind, kehrt eine besondere Stimmung ein. Weihnachten erinnert uns daran, innezuhalten – nicht nur im Außen, sondern auch in uns selbst. Es geht um Nähe, um Mitgefühl, um das bewusste Wahrnehmen dessen, was uns verbindet.

Auch wenn das Kolbermoorer Storchennest in diesen Wochen leer scheint, ist es voller Leben. Voller Erinnerungen an eine Saison, voller gemeinsamer Momente, Gespräche, Gedanken und Emotionen. Menschen aus ganz unterschiedlichen Richtungen sind hier zusammengekommen – verbunden durch den Blick zum Nest, durch Geduld, durch Liebe zur Natur und zum Leben.

Der Storch steht dabei sinnbildlich für das, was Weihnachten ausmacht: Rücksicht, Verantwortung und Nächstenliebe. Für den achtsamen Umgang mit unserer Umwelt und füreinander. Für das Bewahren dessen, was uns anvertraut ist – leise, respektvoll und mit Herz.

Im Nest wird’s still zur Weihnachtszeit,
der Wind erzählt von Menschlichkeit.
Kein Flügelschlag, kein lauter Ruf –
doch Hoffnung liegt in jedem Ruf
nach Frieden, Wärme, Mitgefühl,
nach Achtsamkeit für jedes Ziel.

Der Storch, er lehrt uns Jahr für Jahr:
Was wirklich zählt, ist schlicht und wahr.
Ein offenes Herz, ein gutes Wort,
Respekt für Leben – hier und dort.

Nicht Glanz, nicht Gold, nicht schnelles Mehr,
Nächstenliebe wiegt so viel mehr.
Heiligabend flüstert leis:
Bewahr das Leben, jeden Kreis
von Mensch, Natur und aller Zeit,
auf dieser einen, großen Weit.

Zum Ende dieses Jahres möchte ich von Herzen Danke sagen.
Danke für die unglaublich schönen Gespräche im Chat und privat, für den respektvollen Austausch unter Storchenfreunden, für Wissen, Humor, Mitgefühl und Zusammenhalt. Danke an alle Zuschauer, die diese Reise durch 2025 zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.

Für das neue Jahr und die kommende Saison wünsche ich mir wieder genauso lebendige Gespräche, echtes Miteinander, einen offenen Austausch unter Storchenfans – und natürlich ein neues Storchenpaar, gesunde Jungstörche und viele berührende Momente am Kolbermoorer Storchennest.

Es wird eine wunderbare Reise ins zweite Kolbermoorer Storchenjahr.
Ich freue mich sehr darauf, sie gemeinsam mit euch zu erleben.

Frohe, besinnliche Weihnachten und einen friedvollen Heiligabend 🤍🕊️

KI-Generiert aus Originalbild

Eigene Storchensichtung Kolbermoor

Eigene Storchensichtung Kolbermoor

Und kaum hatte ich heute den Beitrag gepostet – schon bekam ich den einen von Mittwoch heute wieder vor die Linse. Er/Sie ist links beringt. Der Schnabel dunkel – allerdings eher bedingt durch die Futtersuche im Nasskalten Schneeregen heute.
Es war mir allerdings leider nicht möglich den Ring auszulesen, dazu reichte die Kamera nicht aus dem Aute raus (Handy). Vielleicht kann ich mal mit einer guten Kamera mich auf die Lauer legen.

Ansonsten, hier einfach mal meine Fotos von heute. (anklicken für volle Größe)

Kolbermoor hat sieben Winterstörche

Kolbermoor hat sieben Winterstörche

Tagebucheintrag – Winterstörche in Kolbermoor

Es sind besondere Wintertage, an denen Kolbermoor ein kleines Naturwunder bereithält. Sieben Winterstörche – ja, tatsächlich sieben! – halten sich aktuell rund um das große Nest auf. Man sieht sie zwischen Willing und hinüber Richtung Pullacher Kreisel, wie sie majestätisch über die Felder schreiten oder in der Nähe des Nestes ruhen, als hätten sie beschlossen, dass Kolbermoor ihr Winterdomizil wird. Zumeist erhalte sich Sichtungsmeldungen Höhe der Wiesen bei Schlarbhofen. Ich selber habe am Mittwoch einen wirklich großen im Feld gesehen, ziemlich nah zum Radweg sogar. Leider keine Chance anzuhalten, durch den Berufsverkehr.

Auch via Anruf einer Dame, die sich Sorgen um die Störche machte. Der Kontakt kam sogar via unserer hiesigen Feuerwehr zustande, die an mich weitergeleitet hat. Danke dafür.

Es fühlt sich jedes Mal wie ein kleines Glück an, ihnen zu begegnen. Wer aus der Gegend ist und die Augen offen hält, hat gute Chancen, diese beeindruckenden Vögel zu entdecken. Ob es früher schon Störche im Winter in unserem schönen Kolbermoor gab, kann ich nicht sagen. Mir wäre es jedenfalls noch nicht aufgefallen. Prien, definitiv.

KI Generiert

Vielleicht spricht sich nur das Nest auch rum?! Die Chancen somit ein relativ früh besetztes Nest 2026 zu bekommen erhöht sich schon signifikant daruch.

Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir Bildzuschriften mit Genehmigung zur Veröffentlichung zukommen lasst – ob von heute, gestern oder einem ganz besonderen Moment. Gemeinsam können wir dieses seltene Schauspiel festhalten und teilen.

Und ich weis, ich habe viele Zuschauer die aus der Region kommen. Vielen vielen Dank vorab.

Adlerauge aufgepasst – ist es Alexander ?

Adlerauge aufgepasst – ist es Alexander ?

🪶 Tagebucheintrag – Ein besonderer Fund vom 10. September

Am 10. September – übrigens der Geburtstag meiner großen Tochter – erreichte mich eine Zusendung, die schon eine Weile zurückliegt, aber definitiv einen Platz hier im Tagebuch verdient.
Die Absenderin ist eine sehr treue Zuschauerseele und zugleich eine aktive Foristin im LBV. Sie hat mir freundlicherweise erlaubt, euch ihre wunderbaren Aufnahmen zu zeigen und hier zu posten.
(Bitte beachtet dennoch das Copyright und verbreitet die Bilder nicht ohne Zustimmung.)

Zunächst hatte die Zusenderin vermutet, es handle sich bei den beiden Störchen auf den Wiesen um Pitti & Platsch, die zuvor in Göttin an der Kirche gesehen wurden.
(Funfact am Rande: Mein Sohnemann trainiert beim SV Götting bei den ganz Kleinen im Fußballverein – die Welt ist manchmal wirklich klein!)

Doch beim genaueren Hinsehen stellte sich heraus, dass beide Störche keine Ringe trugen. Das machte die Sache spannend! Nach einigen weiteren Vergleichen und Abgleichen kam mir schnell der Gedanke, dass es sich vielleicht um Alexander und Kaira handeln könnte.

Als ich dann jedoch die Bilder und Videos aus unserem Nest noch einmal ganz genau zum Vergleich heranzog – und schließlich die andere Seite der Störche auf den Wiesen zu sehen war – schied Kaira eindeutig aus.

Bei einem der beiden bin ich mir allerdings zu 95 % sicher, dass es sich um Alexander handelt. Die deutliche V-Lücke an den linken Schwingen, die lange, markante Feder ganz vorne sowie die grauen Marker in den schwarzen Federn sind ganz typisch für ihn.
Beim zweiten Storch zeigte sich spätestens auf der rechten Seite, dass es nicht Kaira sein kann. (Anklicken für volle größe)

So oder so – ob es nun tatsächlich Alexander in Begleitung war oder nicht – die Bilder sind einfach wunderschön und ich freue mich, sie mit euch teilen zu dürfen.
Gerade jetzt, wo im Nest Ruhe eingekehrt ist, sind solche kleinen Entdeckungen eine tolle Abwechslung und ein Stück Verbindung in der Saisonpause. Und wenn ihr große Langeweile habt, lasst euer Adlerauge mal spielen. Bin gespannt was ihr denkt? 😀

Ein ganz herzliches Dankeschön an die liebe Zusenderin für das Bereitstellen der Fotos! 💚

Ich wünsche euch allen einen guten Start in die nun zunehmend herbstlich werdende Zeit – und haltet die Augen weiterhin offen auf unserer Website.
Wenn alles klappt, erwartet euch zur Weihnachtszeit eine ganz besondere Überraschung! 🎄✨

Eure
Cindy

Mein persönlicher Rückblick Teil 2

Mein persönlicher Rückblick Teil 2

Teil 2

Pitti & Platsch mussten schon früh lernen, sich zu behaupten. Unser Alexander war ganz sicher noch sehr unerfahren. Wir hatten extrem heiße Tage, an denen er idealen Schatten spendete – aber auch viele, an denen er einfach über Stunden hinweg abwesend war.

Kaira konnte irgendwann nicht anders, als Nutzen und Risiko abzuwägen – und ließ die Kleinen bereits mit drei Wochen alleine im Nest zurück. Sie musste Wasser holen, Futter bringen. Rückblickend kann man fast sagen, es war mehr Glück als Verstand, dass nicht ein Milan – und davon gibt es hier über den Feldern wirklich viele – sich eine schnelle Mahlzeit holte.

Einmal hatten wir sogar einen fremden Storch auf Stippvisite. Doch der kleine Platsch zeigte ihm gleich, wer hier das Sagen hat. Ich erinnere mich noch gut an den kleinen Frechdachs – einmal schnappte er sogar nach Papa!

Nein, einfach hatten sie es wirklich nicht. Und trotzdem haben sie es allen gezeigt. Sie wuchsen, sie gedeihten.
Jede Nacht schenkten sie uns wunderschöne Kuschelbilder – und selbst am Tag waren sie ein Herz und eine Seele. Mit Spannung konnte man täglich beobachten, wie sie sich zankten, um Gewölle, oder wie sie beim Futter einen regelrechten Tanz des Gierigen aufführten. Ich sage nur: Ratte.

Und irgendwann, als sich die Routine schon fast eingeschlichen hatte, war es soweit: Die ernsthaften Flugübungen begannen. Alexander hatten wir da schon fast zwei Wochen nicht mehr gesehen – wir gingen wirklich davon aus, dass er unterwegs war. Doch kaum tauchten mehrfach Fremdstörche auf, war er wie durch Zauberhand wieder da.

Der Jungfernflug – mit Spannung erwartet. Ich hatte ein grobes Zeitfenster im Kopf, wann es theoretisch so weit sein könnte. Und tatsächlich behielt ich recht: Durch die lange Regenperiode und die fehlenden Übungsflüge verschob er sich um gut eine Woche nach hinten.
Und dann war es soweit. Beide hoben ab.

Einer der schönsten, bewegendsten Momente für mich. Vielleicht sogar der emotionalste seit dem Start dieses Projekts. Klar, es ist schon etwas Besonderes, überhaupt ein Paar zu haben, Eier zu sehen, das Schlüpfen mitzuerleben und gemeinsam durch die schwierigste Zeit zu gehen, bis die Kleinen „alt“ genug sind.

Aber einen Jungfernflug zu erleben – im ersten Jahr, mit einem Projekt, das gemeinsam mit Kindern entstanden ist – das ist (abgesehen von meinen eigenen Kindern) für mich das allergrößte Glücksgefühl überhaupt.

Und dieses Glück nicht alleine zu feiern, sondern mit der Grundstücksbesitzerin, die durch das Bereitstellen des Platzes einen so wichtigen Beitrag leistet, mit dem Chat, mit vielen Menschen, die man auch persönlich trifft und die fragen: „Sind Sie Frau Kock vom Storchennest?“ – das ist schon sehr ergreifend.
Da merkt man erst, wie schön es ist, etwas zu erschaffen, das Menschen begeistert, die vorher gar keine Berührungspunkte damit hatten. Plötzlich fiebern sogar Kolbermoorerinnen und Kolbermoorer mit, sitzen vor dem Stream, feiern die Höhepunkte mit – und durchleben mit uns die traurigen Momente.

Traurig ist es auch jetzt: Das Nest ist leer. Nur die Spuren darin zeugen noch davon, dass hier Leben entstand. Während Pitti & Platsch hoffentlich schon sicher in Afrika angekommen sind, sagten Kaira & Alex in der zweiten Augustwoche ebenfalls Lebewohl – und verließen gemeinsam zum letzten Mal in diesem Jahr das Nest.

Trotz aller Stolpersteine hoffe ich fest auf ein Wiedersehen im März oder April 2026. Mit mehr Erfahrung. Mit neuer Stärke. Aber auch jede andere Konstellation wird mich – wird uns – freuen.

Bis dahin ziehe ich mich etwas zurück. Die Saison ist vorüber. Natürlich schaue ich immer wieder in den Chat und freue mich, dass er weiterlebt. Im Frühjahr wird auch der Ton wieder aktiviert.
Und bis dahin beobachten wir, wie die Blätter an den Bäumen weniger werden – und genießen die schöne Bergwand.

Bis es wieder heißt:
Was klappert denn da?

Eure Cindy ♥

PS: Für die Adventszeit möchte ich versuchen, einen Adventskalender für euch umzusetzen. Wie genau – das seht ihr, wenn es geklappt hat 😀

Mein persönlicher Rückblick Teil 1

Mein persönlicher Rückblick Teil 1

Wie schnell doch die Zeit vergeht… Wenn ich zurückschaue, sehe ich all die kleinen und großen Momente, die uns das Storchennest in den letzten Wochen geschenkt hat. Mal waren es stille Augenblicke – wenn der Wind sanft durch die Äste fuhr und Kaira ganz in Ruhe im Nest stand. Mal waren es aufregende Szenen, bei denen das Herz schneller schlug, weil plötzlich so viel Bewegung in der Luft lag.

Es ist erstaunlich, wie vertraut einem ein Nest werden kann. Jeder Blick nach oben, jedes Foto, jede kleine Entdeckung – es fügt sich wie ein Puzzleteil zusammen und erzählt seine eigene Geschichte. Und mittendrin wir, die immer wieder staunend zuschauen dürfen. So bleibt dieser Rückblick wie ein kleiner Gruß aus der Vergangenheit. Ein Erinnern daran, wie viel Freude, Spannung und auch ein wenig Geheimnis uns die Störche Tag für Tag schenken. Und es macht neugierig auf das, was noch kommt…

Es war April. Im Auto, auf dem Weg zum Flughafen, passierte es: ein Klick – und die Verbindung zum Stream war gekappt. Vom Handy aus unmöglich zu regeln. Dafür braucht man einen Laptop, um den Stream bei YouTube neu zu starten.
„Was soll schon in einer Woche in Kairo im Nest passieren?!“ dachte ich noch.

Ziemlich viel, wie sich herausstellte. Zum Glück schrieb ich dann doch noch Basti aus Fohrde, ob er so lieb wäre, mir das Ganze (für den Seelenfrieden) neu zu starten. Er hat durch seine administrative Unterstützung ja ebenfalls Zugriff auf die Technik.

Als ich Stunden später im Gästezimmer bei meinem Bekannten in Kairo lag – es war längst nach Mitternacht – und endlich WLAN hatte, explodierte förmlich mein Handy. Nachrichten über Nachrichten, die Community völlig aus dem Häuschen:
Ein Storch war gelandet. Und er blieb tatsächlich über Nacht.

Am nächsten Morgen begriff ich erst, was da los war – und dann ging alles Schlag auf Schlag. Ein zweiter Storch kam dazu und setzte sich durch.

Zuerst noch im Glauben, es handle sich um „Schema F – der Mann kommt zuerst“, dachten wir, es wäre ein Alexander. Da wir gerade nach Alexandria fuhren, passte das sogar. Doch der allererste Tretakt zeigte sehr schnell: unser vermeintlicher Alex war in Wahrheit eine Kaira. Der Name entstand dann im Chat, angelehnt an Kairo, meinem Hauptziel der Reise.

Hier zeigte sich wieder, wie wertvoll unsere Community aus Storchenfans ist. So aktiv, so herzlich – fast wie in meinem Job. 😀 Stichwort Partizipation!

Alexander und Kaira also. Bald hatte das Nest auch schon seinen Spitznamen: „Speednest“. Denn kaum angekommen, lag auch schon das erste Ei. Aus einem wurden vier – und dann begann die lange, lange Wartezeit.

Zweimal wurde es richtig aufregend. Einmal waren plötzlich beide Störche panisch verschwunden. Und beim zweiten Mal – wenige Tage vor dem errechneten Schlupftermin – passierte es wieder. Ganze acht Stunden blieb das Nest leer, bei gerade mal 14 Grad Außentemperatur, ohne aktive Wärme. Würden die Küken es noch schaffen?


Einmal mehr zeigte die Natur, dass sie stärker ist, als wir manchmal denken. Trotz aller Zweifel, trotz der Gedanken, sich schon von den „Wackelköpfen“ verabschieden zu müssen – die Natur bewies uns das Gegenteil.

Der Tag der Tage kam. Mit ihm die nervösen Blicke von Kaira und Alex. Horchen. Aufstehen. Wenden. Wieder hinlegen. Wieder aufstehen. Und dann, ganz klar: ein Loch, Bewegung – und der Chat komplett am Ausrasten (positiv natürlich).

So ein Schlüpfen dauert seine Zeit. Aber jeden Tag durften wir ein Küken verkünden:
Mia, Hunter, Pitti & Platsch.

Hunter war unser kleiner Nachzügler, und mir war aus Erfahrung klar, dass er es schwer haben würde. Das klingt vielleicht emotionslos, ist aber eher rational: Ein Küken, das fast sechs Tage später schlüpft als das erste, ist wie ein Säugling, der einem Schulkind hinterherlaufen müsste. Diese Entwicklungsspanne ist kaum aufzuholen. Am Ende war es die Kombination aus Regen, Kälte und dem Verdrängen durch die Großen, die ihn das Leben kostete.

Und auch Mia wurde das Wetter zum Verhängnis. Wir nahmen traurig Abschied von beiden. Aber sie fliegen nur ein Stückchen höher als die zwei, die uns geblieben sind: Pitti & Platsch.

Fortsetzung folgt…

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