Mein persönlicher Rückblick Teil 1

Wie schnell doch die Zeit vergeht… Wenn ich zurückschaue, sehe ich all die kleinen und großen Momente, die uns das Storchennest in den letzten Wochen geschenkt hat. Mal waren es stille Augenblicke – wenn der Wind sanft durch die Äste fuhr und Kaira ganz in Ruhe im Nest stand. Mal waren es aufregende Szenen, bei denen das Herz schneller schlug, weil plötzlich so viel Bewegung in der Luft lag.

Es ist erstaunlich, wie vertraut einem ein Nest werden kann. Jeder Blick nach oben, jedes Foto, jede kleine Entdeckung – es fügt sich wie ein Puzzleteil zusammen und erzählt seine eigene Geschichte. Und mittendrin wir, die immer wieder staunend zuschauen dürfen. So bleibt dieser Rückblick wie ein kleiner Gruß aus der Vergangenheit. Ein Erinnern daran, wie viel Freude, Spannung und auch ein wenig Geheimnis uns die Störche Tag für Tag schenken. Und es macht neugierig auf das, was noch kommt…

Es war April. Im Auto, auf dem Weg zum Flughafen, passierte es: ein Klick – und die Verbindung zum Stream war gekappt. Vom Handy aus unmöglich zu regeln. Dafür braucht man einen Laptop, um den Stream bei YouTube neu zu starten.
„Was soll schon in einer Woche in Kairo im Nest passieren?!“ dachte ich noch.

Ziemlich viel, wie sich herausstellte. Zum Glück schrieb ich dann doch noch Basti aus Fohrde, ob er so lieb wäre, mir das Ganze (für den Seelenfrieden) neu zu starten. Er hat durch seine administrative Unterstützung ja ebenfalls Zugriff auf die Technik.

Als ich Stunden später im Gästezimmer bei meinem Bekannten in Kairo lag – es war längst nach Mitternacht – und endlich WLAN hatte, explodierte förmlich mein Handy. Nachrichten über Nachrichten, die Community völlig aus dem Häuschen:
Ein Storch war gelandet. Und er blieb tatsächlich über Nacht.

Am nächsten Morgen begriff ich erst, was da los war – und dann ging alles Schlag auf Schlag. Ein zweiter Storch kam dazu und setzte sich durch.

Zuerst noch im Glauben, es handle sich um „Schema F – der Mann kommt zuerst“, dachten wir, es wäre ein Alexander. Da wir gerade nach Alexandria fuhren, passte das sogar. Doch der allererste Tretakt zeigte sehr schnell: unser vermeintlicher Alex war in Wahrheit eine Kaira. Der Name entstand dann im Chat, angelehnt an Kairo, meinem Hauptziel der Reise.

Hier zeigte sich wieder, wie wertvoll unsere Community aus Storchenfans ist. So aktiv, so herzlich – fast wie in meinem Job. 😀 Stichwort Partizipation!

Alexander und Kaira also. Bald hatte das Nest auch schon seinen Spitznamen: „Speednest“. Denn kaum angekommen, lag auch schon das erste Ei. Aus einem wurden vier – und dann begann die lange, lange Wartezeit.

Zweimal wurde es richtig aufregend. Einmal waren plötzlich beide Störche panisch verschwunden. Und beim zweiten Mal – wenige Tage vor dem errechneten Schlupftermin – passierte es wieder. Ganze acht Stunden blieb das Nest leer, bei gerade mal 14 Grad Außentemperatur, ohne aktive Wärme. Würden die Küken es noch schaffen?


Einmal mehr zeigte die Natur, dass sie stärker ist, als wir manchmal denken. Trotz aller Zweifel, trotz der Gedanken, sich schon von den „Wackelköpfen“ verabschieden zu müssen – die Natur bewies uns das Gegenteil.

Der Tag der Tage kam. Mit ihm die nervösen Blicke von Kaira und Alex. Horchen. Aufstehen. Wenden. Wieder hinlegen. Wieder aufstehen. Und dann, ganz klar: ein Loch, Bewegung – und der Chat komplett am Ausrasten (positiv natürlich).

So ein Schlüpfen dauert seine Zeit. Aber jeden Tag durften wir ein Küken verkünden:
Mia, Hunter, Pitti & Platsch.

Hunter war unser kleiner Nachzügler, und mir war aus Erfahrung klar, dass er es schwer haben würde. Das klingt vielleicht emotionslos, ist aber eher rational: Ein Küken, das fast sechs Tage später schlüpft als das erste, ist wie ein Säugling, der einem Schulkind hinterherlaufen müsste. Diese Entwicklungsspanne ist kaum aufzuholen. Am Ende war es die Kombination aus Regen, Kälte und dem Verdrängen durch die Großen, die ihn das Leben kostete.

Und auch Mia wurde das Wetter zum Verhängnis. Wir nahmen traurig Abschied von beiden. Aber sie fliegen nur ein Stückchen höher als die zwei, die uns geblieben sind: Pitti & Platsch.

Fortsetzung folgt…

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