Das vierte Ei und somit ein Quartett

Das vierte Ei und somit ein Quartett

Tagebuch – Ei Nr. 4 bei Kaira & Felix

Zuerst dachte ich: Hm, da kommt kein viertes Ei mehr. Kaira wirkte nach 21 Uhr noch völlig entspannt, döste auf einem Bein vor sich hin, während Felix treusorgend auf den Eiern saß. Alles sah nach einem ruhigen Abend aus.

Doch dann kam Bewegung in die Sache.

Kaira begann mit ihrem ganz typischen Ablauf: Sie stochert vor sich in der Schale, steht mehrmals auf und setzt sich wieder – meist drei- bis fünfmal. Kurz vor der eigentlichen Eiablage verliert sie immer eine kleine „Prise“, bevor sie sich hinlegt. Dann folgt dieses hektische „Wiggeln“ mit den Beinen – und genau in diesem Moment weiß man: Jetzt geht’s los.
Bei allen vier Eiern bisher exakt das gleiche Spiel.

Um 21:58 Uhr war es dann soweit – Ei Nummer 4 ist da. Und um 22:03 Uhr, etwas früher als sonst, durften wir schon den ersten Blick darauf erhaschen.

Für mich darf es jetzt gerne bei vier Eiern bleiben. Sollte übermorgen kein weiteres mehr kommen, beginnt nun die ruhigere Phase. Kein „Taka Taka“ mehr – sondern nur noch entspanntes „Brüti Brüti“.

Eure Cindy

Hier noch das Video der Eiabalage

Das zweite Ei bei Kaira & Felix

Das zweite Ei bei Kaira & Felix

Tagebucheintrag – Das zweite Ei ist da

Was für ein besonderer Moment im Nest von Kaira und Felix: Um 22:02 Uhr wurde das zweite Ei gelegt. Ein weiterer Meilenstein – ruhig, beinahe unscheinbar, und doch so bedeutend.

Die erste Sichtung gelang uns um 22:13 Uhr. Und kaum entdeckt, zeigte sich auch schon Felix von seiner besten Seite: Der werdende Vater des Jahres ließ sich nicht lange bitten und setzte sich direkt fürsorglich auf das Ei – als hätte er genau gewusst, was jetzt zu tun ist.

Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie instinktiv und liebevoll die beiden agieren. Mit jedem Ei wächst die Spannung – und die Vorfreude auf das, was bald folgen könnte.

Jetzt beginnt erneut das geduldige Warten.

Taka-Taka am Schlecht Wetter Tag

Taka-Taka am Schlecht Wetter Tag

Heute zeigte sich das Wetter in Kolbermoor deutlich kühler, nachdem sich bereits gestern Mittag eine Kaltfront angekündigt hatte. Während in Kirchzarten das Nest rund 5 cm Neuschnee abbekam und die Eier – fast wie der heilige Gral – warm und behütet unter Ulla & Edgar hervorleuchteten, herrschte bei uns typisches Aprilwetter: kühle Brise, Regen, Graupelschauer und zwischendurch wilde Schneeflocken. Allerdings blieb es insgesamt doch milder als ursprünglich vorhergesagt.

Mogst schmusen? Mir war’s wurst

Kaira hatte sich mit dem Regeneinbruch gestern wieder für das Silo entschieden – ihr bevorzugter Rückzugsort, den sie zuverlässig immer dann aufsucht, wenn sie keine Verpflichtungen hat.

Unser Zuhause !!

Am Morgen kehrte sie zurück, und dann hieß es: Taka Taka. Der Begriff stammt ursprünglich von einem Chatter aus dem YouTube-Kanal – und ich feiere ihn jedes Mal aufs Neue. Nachdem Felix in der Nacht zuvor immer wieder versucht hatte, für Nachwuchs zu sorgen, schien er sich zu denken: Wenn es nachts nichts wird, dann eben tagsüber – und zwar ausgiebig.

Ich habe längst den Überblick verloren, wie viele Versuche es waren. Nicht alle waren erfolgreich – einer davon war fast schon artistisch –, aber es gab definitiv auch einige vielversprechende Akte, die durchaus einen Eisprung bei Kaira ausgelöst haben könnten.

Jetzt bleibt es spannend. Immerhin legt sie diesmal kein Tempo wie im Jahr 2025 vor – sonst hätten wir vielleicht schon zwei Eier im Nest.

Bleibt zu hoffen, dass es bald soweit ist – und vor allem, dass Kaira jetzt auch bleibt.

Eure Cindy

Storchenkrimi am Nest – Ein Tag voller Fragezeichen

Storchenkrimi am Nest – Ein Tag voller Fragezeichen

Tagebuchartikel 12.03.2026:

Nachdem der gestrige Tag, der 11. März, ein wirklich seltsamer Storchen-Tag war, blieb das Nest zunächst komplett leer. Felix und Mara ließen sich den ganzen Tag über nicht blicken. Stattdessen tauchte ein Gast auf – und zwar ausgerechnet derselbe, der 2025 als allererster Gast überhaupt auf dem Nest zu sehen war. Und, genau am gleichen Tag.

Er machte es sich gemütlich, räumte etwas herum und baute sogar ein wenig am Nest. Von Felix und Mara jedoch keine Spur. Da kam natürlich sofort die Frage auf: Haben sie sich vielleicht ein neues Domizil gesucht?

Doch dann folgte heute Morgen die Überraschung.
Felix tauchte plötzlich auf dem Nest auf und begann sofort fleißig zu bauen. Es sah ganz so aus, als wolle er wieder Ordnung ins Nest bringen.

Gegen Mittag traf dann auch Mara ein. Nach mehreren Anläufen kam es schließlich zu einer erfolgreichen Kopulation – der zweiten, die überhaupt sichtbar vor der Kamera stattfand. Ein kleiner Erfolgsmoment nach den vielen vergeblichen Versuchen zuvor.

Im Laufe des Tages waren beide immer wieder auf dem Nest zu sehen und genossen gemeinsam die Sonne. Bis etwa 18 Uhr verbrachten sie dort Zeit.

Gerade als man dachte: Wie schön wäre es, wenn sie heute endlich einmal hier übernachten würden, flogen beide wieder ab. Vermutlich – wie so oft – zurück zu ihrer Antenne.

Man darf also weiterhin gespannt sein, wie sich das Ganze entwickelt.
Ein Verhalten wie dieses habe ich so noch nie erlebt – und auch von anderen Storchenhorsten ist mir nichts Vergleichbares bekannt.

Ehrlich gesagt: So richtig erklären kann ich mir ihr Verhalten im Moment nicht.

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert

Was für ein Saisonauftakt – und leider keiner mit Happy End in Sicht – zumindest aktuell gesehen.

Felix heute Morgen

Bislang hat unser aktuelles Storchenpaar keine einzige Nacht gemeinsam im Nest verbracht. Auch die beobachteten Tretakte blieben ohne erkennbaren Erfolg. Woran es liegt? Möglich wäre die Unerfahrenheit des Mädchens. Ebenso denkbar: fehlende Paarungsbereitschaft. In der Storchenwelt entscheidet schließlich das Timing – und das lässt sich nicht erzwingen.

Am 2. März flog sie am frühen Morgen ein letztes Mal vom Nest. Beide waren gerade einmal 15 Minuten gemeinsam dort. Seitdem: Funkstille.

Wo sie wohl ist?

Heute, am 3. März, erschien nur er – und auf Wunsch meiner großen Tochter nennen wir ihn jetzt einfach Felix.
Felix blieb erstaunlich lange. Er bastelte ein wenig am Nest, lag viel, putzte ausgiebig sein Gefieder und wirkte dabei, als hielte er Ausschau. Wartend. Hoffend?

Wie gewonnen, so zerronnen? Kaum zusammen – schon getrennte Wege? Man sieht: Der Beziehungsstatus „Es ist kompliziert“ scheint auch unter Störchen kein Fremdwort zu sein.

Vielleicht muss ich mehr klappern

Noch ist nichts entschieden. Viele Störche sind noch gar nicht zurückgekehrt. Und ebenso gut könnten Kaira & Alex jederzeit ihren Besitzanspruch geltend machen.

Oder zeigen wie gut ich das Nest verteidigen kann?

Ich gebe zu: Ich würde mich freuen, Alex’ unverkennbares Gefieder wiederzusehen. Und auch Kairas feine Gardinenfederchen fehlen im Nestbild doch sehr.

Nun heißt es abwarten.
Kommt Zeit, kommt Storch. 🕊️

Irgendwann kommt sie. DIE eine.

Der erste Storch 2026

Der erste Storch 2026

Tagebuch – 24. Februar 2026

15:21:59 – Einflugschneise rechts.
15:22:12 – Touchdown. Landung.

Und die ersten Füße sind im Nest

Der erste Storch 2026 ist auf dem bezugsfertigen Horst gelandet.
In Kolbermoor klappert es nun ganz offiziell wieder.

War es Alex? Kaira?
Alex kann ich ziemlich sicher ausschließen. Auch Kaira muss nicht zwingend in Frage kommen.

Hello – hier bin ich dann wohl 😀

Die Besucherzahlen im Stream schossen in die Höhe – und damit auch sofort die große Frage: Wer ist es denn nun?
Letztlich ist es mir persönlich aber vollkommen egal.
Ein Storch. Einfach ein Storch. Nach so langer Zeit wieder Leben im Nest zu sehen, statt in ein leeres Zuhause zu schauen.

Witzigerweise – wir verfolgen das Nest im Hort inzwischen immer über den Fernseher an der Wand – sagte ich ziemlich genau eine Stunde vorher noch:
„Bei dem Regenwetter landet heute eher kein Storch.“
Tja. Falsch gedacht.

Ziemliches Schietwetter

Die Freude ist riesig. Sogar einige Eltern lugten neugierig ums Eck, um den Besucher zu sehen.

16:51 – Wieder abgeflogen.
Kommst du zurück?
Bleibt er heute Nacht, hätten wir gute Chancen.
Sollten allerdings Alex und Kaira ebenfalls zurückkehren (sofern sie den Zug gut überstanden haben), könnte es zu kleinen Diskrepanzen kommen.

Es bleibt spannend.

Eure Cindy

Der Storch von Kopf bis Fuß – Teil 3: Das Gefieder

Der Storch von Kopf bis Fuß – Teil 3: Das Gefieder

🪶 Der Flügel des Weißstorches – Wunderwerk der Natur

1. Vom Flaum zum Flug – Die Entwicklung der Federn

Ein frisch geschlüpftes Storchenküken kommt mit einem gräulich-weißen, weichen Daunenkleid zur Welt. Diese ersten Federn – Nestdaunen – bieten Schutz vor Kälte, sind jedoch nicht wasserabweisend und nicht zum Fliegen geeignet. Bereits nach wenigen Tagen folgt ein zweiter Flaum (Jugenddaune), bevor sich nach ca. 3 Wochen die ersten echten Federn zeigen – die Konturfedern.

1 Tag altes Küken
Küken 3 Wochen alt.

Die Schwungfedern (auch „Remiges“ genannt) an den Flügeln und die Steuerfedern (Rectrices) am Schwanz wachsen dabei zuletzt aus. Sie sind entscheidend für die Flugfähigkeit. Der gesamte Federwechsel (Mauser) ist ein fein abgestimmter Prozess, der sowohl genetisch als auch hormonell gesteuert wird.


Die Flügelspannweite eines erwachsenen Storches beträgt übrigens zwischen 1,80 – 2,00 Meter.

Storch im Flug. Bild: Pixabay „gayulo“

2. Aufbau einer Feder – Stabilität und Leichtigkeit in Perfektion

Federn sind echte Hochleistungsstrukturen. Jede Feder besteht aus:

  • Federkiel (Calamus): Der hohle, am Körper verankerte Teil.
  • Federrachis (Schaft): Der zentrale, elastische Mittelteil, der die Federäste trägt.
  • Fahne (Vexillum): Die breite Fläche der Feder, gebildet aus hunderten kleinen Bärtchen (Barbulae) und Häkchen, die sich wie ein Klettverschluss verhaken. Das macht die Feder stabil und dennoch flexibel.

👉 Wissenschaftlicher Hintergrund:
Eine Studie aus dem Journal of Experimental Biology (Tobalske et al., 2010) zeigt, dass Vogelfedern ein optimales Verhältnis von Gewicht zu Stabilität haben. Selbst die Schwungfedern großer Vögel wie dem Weißstorch widerstehen enormen Kräften im Flug – und das bei einem Federgewicht von nur wenigen Gramm.


3. Der Wechsel der Schwungfedern – Ein langer Prozess

Ein ausgewachsener Weißstorch verliert jedes Jahr einige seiner großen Schwungfedern, besonders während der Ruhephasen nach der Brutzeit. Diese Mauser erfolgt symmetrisch: Wenn auf der linken Seite eine Feder ausfällt, folgt meist zeitgleich die entsprechende Feder auf der rechten Seite – so bleibt die Flugfähigkeit erhalten.

Storch im Flug. Bild: Pixabay „Alexas_Fotos“

🕒 Dauer des Federersatzes:
Der vollständige Ersatz einer einzigen großen Schwungfeder dauert in der Regel 6 bis 8 Wochen. Bei Altstörchen verläuft die Mauser über mehrere Monate hinweg und betrifft nie alle Schwungfedern gleichzeitig.

📚 Studienhinweis:
Lindström et al. (1993) belegten, dass bei Großvögeln wie dem Weißstorch ein vollständiger Ersatz aller Handschwingen ca. 150–180 Tage dauern kann – unter optimalen Bedingungen.


4. Schutz durch schwarze Federn – Melanin als Superkraft

Die schwarzen Schwungfedern des Weißstorches enthalten besonders viel Melanin – ein Pigment, das für mehr als nur Farbe sorgt:

  • UV-Schutz: Melanin absorbiert schädliche Sonnenstrahlung und schützt das empfindliche Federkeratin.
  • Mechanische Stärke: Dunkle Federn sind widerstandsfähiger gegen Abrieb – wichtig auf langen Zugreisen.
  • Mikrobielle Resistenz: Melanin hemmt die Wirkung von Bakterien, die Federn zersetzen könnten.

Ein evolutionär cleverer Schutzmechanismus – besonders für Vögel, die auf Langlebigkeit und Reisefähigkeit angewiesen sind.


5. Tägliche Gefiederpflege – lebenswichtig und früh erlernt

Damit das Gefieder all diese Funktionen dauerhaft erfüllen kann, ist intensive Pflege nötig – und das täglich:

Kaira bei der Gefiederpflege

🕒 Pflegezeit:
Ein erwachsener Weißstorch verbringt bis zu 2 Stunden pro Tag mit dem Putzen und Ordnen seines Gefieders. Auch nachts wird immer wieder kurz gepflegt – vor allem nach Regen oder Wind.

Eine Storchenfeder

🪶 Die Bürzeldrüse – Storcheneigenes Pflegeöl
Am unteren Rücken, über der Schwanzwurzel, liegt die Bürzeldrüse (Glandula uropygialis). Aus ihr sondert der Storch ein öliges Sekret ab, das mit dem Schnabel über das gesamte Gefieder verteilt wird. Dieses „Einölen“:

  • hält die Federn geschmeidig,
  • macht sie wasserabweisend,
  • schützt vor Austrocknung und Parasiten.

🐣 Auch Küken beginnen früh mit der Pflege
Schon nach wenigen Tagen sieht man Küken, wie sie erste Putzbewegungen nachahmen. Zunächst spielerisch und unbeholfen, später gezielt. Noch bevor das erste Federkleid vollständig ausgebildet ist, beginnen sie, mit dem Schnabel durch das Daunengefieder zu fahren. Dieses Verhalten ist angeboren und essenziell für ein gesundes Heranwachsen.

🐥 Für Kinder von 0–3 Jahren

(visuell, sensorisch, sprachlich einfach)

💬 Kleine Worte – große Flügel

„Schau mal, da ist der Storch! Er hat ganz große Flügel. Die sind wie eine Decke aus Federn. Wenn er fliegen will, breitet er sie gaaaanz weit aus.“

🪶 „Die Federn sind wie unsere Haare – er muss sie jeden Tag sauber machen. Mit seinem langen Schnabel streicht er drüber. So bleiben sie schön.“

🧴 „Hinten am Po hat der Storch eine kleine Stelle – da kommt Öl raus! Das reibt er mit dem Schnabel auf die Federn. Wie wenn wir uns eincremen!“

👶 Sensorische Impulse:

  • echte Feder oder große Kunstfeder zum Anfassen
  • warmes Öl (neutral, z. B. Mandelöl) auf die Hände träufeln und einreiben – spüren, wie sich „fetten“ anfühlt
  • sanftes Streichen mit der Feder über Haut oder Kleidung

📌 Kernkompetenzen:

  • Wahrnehmung und Körperbewusstsein (sensorisch, taktil)
  • erste sprachliche Begriffe (Feder, Schnabel, Flügel)
  • emotionale Beziehung zur Natur (Verbindung zum Tier)

🦢 Für Kinder von 3–6 Jahren

(spielerisch, mit Fragen und Bewegung)

🪶 Was macht der Storch da?

„Der Storch putzt seine Federn mit dem Schnabel – jeden Tag! Wie wenn du dir die Haare kämmst. Er macht das, damit sie sauber bleiben. So kann er fliegen, auch wenn es windet oder regnet.“

🧴 „Er hat eine kleine Drüse am Rücken. Daraus kommt Öl – das verteilt er mit dem Schnabel. So wird er nicht nass!“

🐣 „Schon kleine Küken fangen an, ihr Gefieder zu pflegen – sie üben das ganz früh!“

🎭 Aktionsideen:

  • Rollenspiel: „Ich bin ein Storch“ – Flügelbewegungen, „Feder putzen“, „fetten“
  • mit weichen Federn massieren – Wie fühlt sich das an?
  • eigenes „Gefieder“ basteln aus Stoff oder Federn

📌 Kernkompetenzen:

  • Körper- und Bewegungskoordination (Nachahmung, Rollenspiel)
  • Sprachentwicklung durch Erklären und Nacherzählen
  • Naturverständnis und Pflegeverhalten von Tieren

🦅 Für Kinder ab 6 Jahren

(wissensorientiert, mit Fachbegriffen zum Begreifen)

Storchenspa – jeden Tag!

„Ein Storch muss seine Federn gut pflegen – sonst könnten sie brechen oder nass werden, und dann kann er nicht mehr fliegen.“

🧴 Die Bürzeldrüse:
„Am unteren Rücken hat er eine Drüse – da kommt ein Öl raus. Damit fettet er jede Feder – das macht sie geschmeidig, glatt und wasserabweisend.“

🕒 Wusstest du?
„Ein Storch braucht bis zu 2 Stunden am Tag, um sein Gefieder zu pflegen! Auch in der Nacht macht er kleine Putzpausen.“

🐣 Und die Küken?
„Auch die üben das schon früh. So lernen sie: Federn sauber halten ist wichtig – für Wärme, Trockenheit und zum Fliegen!“

🔍 Beobachtungsauftrag:

  • Suche im Livestream oder auf Fotos: Putzt sich der Storch gerade?
  • Was benutzt er dafür? (→ Schnabel, Bürzeldrüse)
  • Siehst du auch ein Küken, das das schon kann?

📌 Kernkompetenzen:

  • Kognitive Entwicklung: Sachwissen und biologisches Verständnis
  • Förderung der Beobachtungsfähigkeit
  • Verantwortung für Tiere und Umwelt entwickeln (nachhaltiges Lernen)

Hunter – Ein Löwenherz im Storchennest

Hunter – Ein Löwenherz im Storchennest

📘 Tagebucheintrag – 10. Juni 2025
Titel: „Hunter – Ein Löwenherz im Storchennest“

Hunter, der Kleine.
Er will so sehr leben.

Seit den frühen Morgenstunden lagen alle Augen auf ihm – dem Schwächsten im Nest. Wackelig, erschöpft, aber voller Kampfgeist. Was am Morgen noch hoffnungsvoll schien, wurde mit jeder Stunde schwieriger.

Hunter, ganz unten beim verzweifelten Kampf ums Würmchen

Am späten Vormittag zog Kaira ihm erneut einen Wurm aus dem Schlund – zu lang, zu schwer, zu viel für den geschwächten Körper. Alexander ließ sich über fünf Stunden nicht blicken. Kaira nutzte die Zeit zunächst, um Schatten zu spenden und Fliegen zu verjagen – doch irgendwann wandte sie sich Hunter zu.

Am späten Nachmittag begann sie, auf ihn einzupicken. Und auch Pitti und Platsch machten mit – ob aus Instinkt oder weil sie das Verhalten der Altvögel nachahmen, vermag ich nicht zu sagen. Dafür fehlt mir das fachliche Wissen. Diese Szenen möchte ich euch aber nicht zeigen.

Als deutlich wurde, dass dies wohl der Beginn eines Rauswurfs war, informierte ich die Hofbesitzerin. Ich war bereit, jederzeit loszufahren.

Kurz darauf lag Hunter am Rand des Nestes – ich fuhr los.
Unten war die Rettungskette bereits bereit. Doch zuerst kam Mia.

Alexander kurz nach dem Wechsel, ich war noch dort.

Ich erspare euch das Bild. Ich konnte sie beerdigen. Sie war gut genährt, der Kropf aber vollkommen leer – bei ihr war es wohl wirklich das Auskühlen oder ein schwächeres Immunsystem.

Und Hunter?
Er hatte sich erneut ins Nest zurückgekämpft. Auf Biegen und Brechen. Doch seine Kräfte waren sichtbar erschöpft.

Und dann – als Alexander zurückkam – ein Wunder: Hunter klapperte.
Ein leises, aber deutliches Lebenszeichen.

Doch er bekam nichts ab. Zu schwach.

Als Kaira um 20 Uhr wiederkam, sah man als Zuschauer deutlich, wie schlimm es um ihn stand. Es lagen gefühlt ein Pfund Würmer im Nest – doch Hunter bekam keinen einzigen. Sein Körper war zu schwach, um sich zu beteiligen.

Mittlerweile gehe ich davon aus, dass er die Nacht nicht überleben wird.

So traurig es ist – es zeigt auf erschütternde Weise, wie hart und erbarmungslos die Natur sein kann. Hunter ist sehr mager. Sein Kropf sichtbar leer. Das Brustbein tritt deutlich hervor. Man kann Kaira nicht böse sein. Sie handelt ihrem Instinkt. Emotionales vergleichen wäre vollkommen fehl am Platz oder sie für etwas zu beschuldigen in ihrem „Tun und Handeln“. Kaira macht ihren Job wirklich gut als Storchenmama und das beweist sie Tag für Tag.

Und doch – eines weiß ich sicher:
Wenn dieser unglaublich starke kleine Storch ins Regenbogenland geht, wird er für mich immer ein ganz besonderes Küken bleiben.

Ein Löwenherz.
Er wird für immer einen Platz in meinem Herzen haben. Zum Abschluss noch ein etwas schöneres Bild.

Auftauchen, Klappern, Abtauchen – herrlich.

Der Storch von Kopf bis Fuß – Teil 1: Das Auge

Der Storch von Kopf bis Fuß – Teil 1: Das Auge

🕊️ Der Storch von Kopf bis Fuß – ja was ist das jetzt eigentlich wirklich genau?

Wenn Kinder einen Storch sehen – sei es auf einem Nest, im Flug oder über einen Livestream – ist das oft ein Moment voller Staunen. Doch was genau macht diesen großen Vogel so besonders? Und wie können wir sein Aussehen, seine Merkmale und Besonderheiten so erklären, dass Kinder es wirklich begreifen – im wahrsten Sinne des Wortes?

Diese Reihe widmet sich Stück für Stück dem Storch – immer ausgehend von der natürlichen kindlichen Neugier. Warum?

Weil Kinder lernen, wenn sie
🌱 fragen dürfen,
🌱 erleben können und
🌱 verstanden werden.


🎓 Pädagogische Ziele dieser Reihe

Wir fördern durch diese tiergestützte Entdeckungsreise folgende Bildungsbereiche:

  • Kognitive Entwicklung: Fragen stellen, vergleichen, Zusammenhänge begreifen
  • Sensorische Erfahrungen: Dinge anfassen, Materialien vergleichen, selbst entdecken
  • Sprachbildung: Neue Begriffe und genaue Beschreibungen
  • Emotionale Entwicklung: Staunen, Empathie, Verantwortung für Tiere
  • Naturwissenschaftliche Bildung: Lebensräume, Körperfunktionen und Anpassungen verstehen
  • Ästhetische Bildung: Farben, Formen und Bewegungen bewusst wahrnehmen

Wir gestalten die Impulse differenziert für folgende Altersgruppen:
👶 0–3 Jahre
🧒 3–6 Jahre
👧🧑 6–10 Jahre


👁️ Teil 1: Die Augen des Storches – was sie sehen und wie sie geschützt sind

Im Licht fast Bernsteinfarben

👶 Kinder 0–3 Jahre

Ziel: Erste Wahrnehmung, sinnliche Erfahrung, einfache Sprache

Impulsfrage:
„Wo sind beim Storch die Augen? Wie schauen sie dich an?“

Pädagogischer Zugang:

  • Zeige ein großes Bild vom Storchenkopf mit Auge
  • „Schau mal, das glänzt – das ist das Auge!“
  • Materialvergleich: Eine glatte, braune Murmel → „Fühlt sich an wie das Auge vom Storch.“

Wortschatz fördern:
„Auge“, „rund“, „braun“, „glatt“, „sehen“


🧒 Kinder 3–6 Jahre

Ziel: Naturbeobachtung, Körperfunktion erkennen, erste Fachbegriffe

Mögliche Kinderfragen:

  • „Warum sind die Augen so dunkel?“
  • „Wie macht der Storch die Augen zu?“
  • „Hat der Storch Wimpern?“

Erklärung:
„Die Augen vom Storch wirken fast schwarz, aber wenn du genau hinschaust, siehst du: Sie sind dunkelbraun und glänzen manchmal rötlich. Und der Storch kann damit ganz weit schauen!“

Und jetzt kommt’s: Der Storch hat drei Augenlider!

  1. Ein Oberlid,
  2. ein Unterlid,
  3. und ein drittes Augenlid – das nennt man Nickhaut. Die geht seitlich zu, ganz schnell – wie ein Scheibenwischer!
Gut sichtbar: Die Nickhaut milchig über den Auge

Vergleich/Anschauung:

  • Ein durchsichtiges Papier oder Folie, das man seitlich über ein Bild schiebt: „So macht der Storch die Augen zu, wenn er fliegt!“
  • Ein Handtuch als Augenlid über ein Stofftier ziehen – Ober-, Unterlid und „seitlich wischen“ nachspielen

Begriffsförderung:
„Lid“, „Nickhaut“, „Augenschutz“, „blinzeln“, „seitlich“, „schließen“


👧🧑 Kinder 6–10 Jahre

Ziel: Funktion verstehen, Schutzmechanismus erkennen, Begriffe einordnen

Kinderfragen:

  • „Wieso hat der Storch drei Augenlider?“
  • „Kann er unter Wasser sehen?“
  • „Wozu braucht er die Nickhaut?“

Wissensinput:
„Der Storch hat – wie viele Vögel – drei Augenlider:

So wie wir es zumeist erkennen. Wundervolle schwarze „Knopfaugen“.
  1. Ein Oberlid (wie bei uns),
  2. ein Unterlid (das sich beim Storch oft nach oben schließt)
  3. und ein drittes, seitliches Lid, die sogenannte Nickhaut.

Diese Nickhaut ist halb durchsichtig. Sie gleitet von innen nach außen über das Auge – und zwar blitzschnell. Damit kann der Storch das Auge beim Fliegen, Jagen oder sogar beim Putzen schützen, ohne dass er dabei wirklich die Sicht verliert.“

Vergleich/Anschauung:

  • Plastikfolie auf Drahtbogen, der seitlich über ein Auge-Modell gezogen wird
  • Zeitlupe-Video (falls möglich) einer Greifvogel-Nickhaut
  • Erklärung: „Das ist wie eine Schutzbrille – nur dass sie von selbst zugeht!“

Vertiefende Begriffe:
„Nickhaut“, „Schutzmembran“, „Seitenschluss“, „Feuchtigkeitsschutz“, „Flugwind“


💡 Kreatividee für alle Altersgruppen

Bastelt ein Auge mit drei Lidern!

  • Malen oder drucken eines großen Auges
  • Bastelt Oberlid & Unterlid aus Tonkarton
  • Schneidet eine „Nickhaut“ aus Folie aus, die seitlich beweglich ist
    → So kann jedes Kind ausprobieren, wie ein Storchenauge funktioniert!

Sie sind selten, aber es gibt sie. Abweichende Augenfarben beim Storch. Warum das so ist kann viele Urprünge haben und kann ich so leider nicht beantworten. Es gibt aber in einer Storchenseite auf Facebook ein schönes Bild. Hier zu finden. Ein Storch mit blauer Iris.

Happy Birthday Küken 4 (Hunter)

Happy Birthday Küken 4 (Hunter)

🐣 Und plötzlich waren sie zu viert.

Ein Trio, das sich gefunden hatte. Eingespielt, abgestimmt, voller Energie – doch dann … passierte etwas.
Zuerst war es nur ein kleiner heller Fleck, der auf einem Ei auffiel. Ein bisschen Dreck vielleicht? Ein winziger Sprung? Oder nur Licht und Schatten, die uns in die Irre führen wollten?

Aber wer genau hinsah, konnte spüren: Da brodelt was.
Am nächsten Morgen dann die Gewissheit – ein Loch. Und nicht irgendeins. Ein Loch mit Leben.
Ein Schnabel, der sich keck durch die Schale schob, als wolle er sagen: „Hey, ich bin da. Ich bin spät. Aber ich bin bereit.“

Und so geschah es:
In der heutigen Nacht um 2:25 Uhr war es soweit.
Das vierte Küken hat sich befreit. Ganz still. Ganz heimlich. Ohne großen Applaus, aber mit einer unglaublichen Leistung.
Das Trio infernale wurde – völlig überraschend und doch irgendwie erwartet – zum Quartett geupgradet.
💛 Willkommen, kleines Wunder! 💛


🐾 Nicht die besten Startbedingungen

So schön dieser Moment ist, wir blicken mit wachem Blick auf die Realität – denn das Nest ist ein Ort voller Möglichkeiten, aber auch voller Herausforderungen. Und die sind für unseren Nachzügler nicht ganz ohne:


🐣 1. Die Größe und Kraft

Ein frisch geschlüpftes Küken bringt im Schnitt etwa 60–80 Gramm auf die Waage.
Seine älteren Geschwister hingegen sind über eine Woche alt, doppelt so schwer, haben ein dichteres Daunenkleid entwickelt und sind körperlich klar im Vorteil.
Ihre Bewegungen sind gezielter, ihre Hälse kräftiger, sie können sich besser behaupten.

Sehr gut zu sehen, der Unterschied der größe. Platsch, Mini, Pitti (v.l.n.r.) oben Mia

In der Ornithologie ist bekannt, dass asynchrones Schlüpfen – also zeitlich versetztes Schlüpfen innerhalb eines Geleges – bei Störchen evolutionär angelegt ist.
Es dient der natürlichen Brutreduktion: Wenn die Ressourcen knapp sind, überleben meist nur die kräftigsten Jungtiere.
📚 Vgl. Birkhead, T. R. et al., Bird Sense: What It’s Like to Be a Bird, 2012.


🪱 2. Die Nahrung

Während die älteren Küken schon Kaulquappen, Insekten und sogar kleine Mäuse verschlingen, braucht Mini noch etwas ganz anderes:
Weiche, nährstoffreiche Nahrung – Schnecken, Würmer, kleine Käfer.
Doch je älter der Nachwuchs wird, desto mehr passen die Altstörche ihre Jagdgewohnheiten an – und genau das macht es für das Kleinste so schwer.


🤕 3. Die Geschwister

Was bei den Großen wie ein kleines Geplänkel aussieht, kann für Mini schnell gefährlich werden:
Gehackt, gezwickt, beiseite geschubst – all das ist Alltag im Nest.
Diese sozialen Interaktionen sind normal, aber für das Leichtgewicht körperlich belastend.
Je größer die Geschwister, desto härter trifft es das Kleine – und je häufiger, desto mehr Kraft verliert es.


⚠️ 4. Die Reaktion der Altvögel

So hart es klingt: In der Natur zählt das Ganze.
Wenn ein Küken dauerhaft zurückbleibt, hungert oder schwächelt, kann es passieren, dass die Altstörche es selbst aus dem Nest entfernen oder – in seltenen Fällen – sogar fressen.
Dieses Verhalten nennt man Elterninfantizid, und es wurde bei Weißstörchen wissenschaftlich dokumentiert.
📚 Vgl. Tryjanowski & Kuźniak, Parental infanticide in White Storks, The Wilson Journal of Ornithology, 1999.

Es ist eine Überlebensstrategie – so schwer sie uns auch fällt.


Aber … nichts ist in Stein gemeißelt!

All das sind Möglichkeiten. Keine Gewissheiten.
Denn manchmal überrascht uns das Leben – und die Natur erst recht.
Vielleicht kämpft sich unser Mini durch. Vielleicht bekommt er genau das, was er braucht.
Vielleicht hat er einen großen Bruder oder eine Schwester, die Platz machen, ihn wärmen oder einfach mal „nicht hauen“. 😉

Was wir jetzt tun können?
👀 Beobachten.
🙏 Hoffen.
🤞 Daumen drücken.
Und die Geschichte weiterschreiben lassen.

Denn:
Wer um 2:25 Uhr in einer stillen Sommernacht das Licht der Welt erblickt, hat schon jetzt ein kleines Wunder vollbracht.
🐣💛 Willkommen, kleines Küken Hunter (Namenspate Hannesdr53). 💛🐣

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