Saisonstart 2026

Saisonstart 2026

Tagebucheintrag – Nestreinigung

Bevor ich überhaupt vom heutigen Einsatz erzähle, möchte ich zuerst Danke sagen.
Ein riesengroßes Dankeschön an Rainer und seinen Kollegen Christian vom Bauhof. Beide haben sich nach Dienstende, also in ihrer privaten Zeit, bereit erklärt, mit mir das Nest zu reinigen. Das ist wirklich nicht selbstverständlich. Ich bin ehrlich überwältigt, wie sehr mich die Stadt Kolbermoor dabei unterstützt. Vergelt’s Gott, wie ma bei uns so schön sagt – ihr seid einfach stark.
Und auch ein herzliches Danke an die Hofbesitzerin für ihre Zeit und ihre Hilfe. Die Mistgabel hat uns heute wortwörtlich gerettet – wer hätte gedacht, dass sie unser wichtigstes Werkzeug wird.

Bezugsfertig

Die Bedingungen? Naja … sagen wir so: „cool“ ist anders.
Der Himmel hatte offenbar Tag der offenen Tür und dachte sich: Wenn schon Regen, dann richtig.

Gegen 16:30 Uhr sind wir nach dem Aufbau der Hebebühne hochgefahren. Schon am Boden war klar, was uns erwartet: Zentimeterdicker Matsch und grobe Erde. Nach fünf Schritten fühlten sich die Schuhe an, als hätten sie jeweils fünf Kilo Zusatzgewicht.

Oben angekommen verschafften R. und ich uns erst einmal einen Überblick. Schnell entdeckten wir zwei weiße Keramikscherben und eine grüne Glasscherbe. Später, beim Harken, kam uns sogar noch ein Nylonseil entgegen. Alles wurde sorgfältig entfernt – sowas hat im Nest wirklich nichts verloren.

Die Überreste von Hunter konnten wir nicht mehr ausmachen. Hier hat Mutter Natur ihre Arbeit getan.
Das obere, festgedrückte Material war bereits stark kompostiert. Schicht für Schicht haben wir es abgetragen und waren dann recht zügig bei den Hackschnitzeln angekommen. Erfreulich: Es roch nicht muffig. Die Durchlässigkeit ist gegeben – das zeigte uns der Regen ganz praktisch, denn unten tropfte es schön zwischen den Holzabständen durch. Besser kann man’s kaum testen.

Zwischendrin mussten wir doch zur Mistgabel greifen, um vorne noch Material abzutragen. Fürs nächste Mal wissen wir: Bühne anders positionieren – man lernt nie aus.

Eigentlich wollten wir auch die Kamera reinigen, kamen aber nicht richtig ran. Da keine Trübung oder Spinnweben zu sehen waren, haben wir entschieden, es vorerst dabei zu belassen.

Zum Schluss möchte ich noch etwas loswerden – wegen der Glasscherben.
Zum Glück stammten sie nicht aus dem Gewölle. Das gefundene Gewölle war einwandfrei und ohne Fremdkörper. Die Scherben wurden sehr wahrscheinlich durchs gemähte Heu hochgezogen.

Aber trotzdem: Liebe Menschen, bitte nehmt euren Müll wieder mit. Ich sehe so oft Glasflaschen und Unrat an Straßenrändern. Das muss wirklich nicht sein. Beim Mähen entstehen Schäden an Fahrzeugen – und vor allem können Tiere verletzt werden. Das ist so unnötig.
Einfach einsammeln. Mitnehmen. Fertig.

Und jetzt heißt es: auf in die neue Storchensaison.
Ich – wir – wären bereit für euch, liebe Adebare.
Kommet zuhauf. 🕊️

Baldige Nestreinigung & Kamerawartung

Baldige Nestreinigung & Kamerawartung

Tagebucheintrag – Zeit für die Storchennest-Wartung

Heute ist wieder einer dieser besonderen Momente im Jahreslauf unseres Storchennestes. Ein bisschen Vorfreude, ein bisschen Spannung – und vor allem ganz viel Dankbarkeit.

Bevor ich vom eigentlichen Einsatz erzähle, möchte ich etwas voranstellen:
Ich bin wirklich froh, in Kolbermoor zu leben – einer Stadt, die sich aktiv für Umwelt, Klimasenschutz und Umweltbildung einsetzt. Hier wird nicht nur geredet, hier wird gemacht. Und ich werde jedes Jahr aufs Neue unterstützt.

Ein großes Dankeschön geht an den Bauhof Kolbermoor – für die Hebebühne und die tatkräftigen Mitarbeiter, die mich zuverlässig bei der jährlichen Nestwartung begleiten. Ohne euch wäre das alles gar nicht möglich.
Ebenso danke ich von Herzen Familie Beck, die ihr Grundstück für unser Storchennest zur Verfügung stellt. Ein wunderbarer Platz für unsere Störche – und ganz nebenbei gibt es im Hofladen einfach die besten Eier 😉.

Die Nestreinigung wird innerhalb der nächsten zwei Wochen stattfinden, abhängig von Bodenverhältnissen und unserem Zeitmanagement. Ein genaues Datum lässt sich leider erst kurzfristig festlegen – wie so oft entscheidet am Ende das Wetter mit.

Der erste Gast kam am 11.03.2025 auf’s Nest

Viele fragen sich: Warum braucht ein Storchennest überhaupt Wartung?

Über die Jahre sammelt sich im Nest einiges an – Äste, Erde, Federn, aber leider auch Müll (Allerdings glaube ich ist Kolbermoor wirklich sauber & ich konnte nicht sehen, dass Alex & Kaira Müll ins Nest zogen. Dazu kommen Kotreste und Feuchtigkeit. Wird das Material zu dicht, kann Regenwasser nicht mehr abfließen. Staunässe entsteht, Bakterien und Pilze finden ideale Bedingungen. Besonders problematisch kann dabei Aspergillose sein, eine Pilzerkrankung der Atemwege, die für Störche gefährlich werden kann.

Deshalb wird das Nest regelmäßig:

  • ausgeharkt
  • von Müll und alten Resten befreit
  • aufgelockert, damit Wasser ablaufen kann
  • und anschließend neu und trocken aufgepolstert

So entsteht ein hygienisches, sicheres Zuhause für die kommende Brutsaison. Natürlich wird auch die Kamera von Spinnweben & Witterungsschmutz befreit.

Und dann kommt mein Lieblingsmoment.

Wenn alles vorbereitet ist.
Wenn die Bühne wieder unten ist.
Wenn das Nest bereitsteht.

Dann heißt es: Ton an – und warten.

Warten auf das erste Klappern.
Auf einen Schatten am Himmel.
Auf unsere ersten Gäste.

Ob Kaira und Alexander wiederkommen?

Jedes Jahr fühlt sich das an wie ein kleines Wunder.

Und genau darauf freue ich mich jetzt schon sehr.

Consent Management Platform von Real Cookie Banner