📜 Winterbrief eines Storches 📜
Liebe Freunde im fernen Deutschland,
während ich diese Zeilen „schreibe“, ruht Afrika warm unter meinen Flügeln. Die Luft trägt den Duft des trockenen Grases, und die Sonne legt sich wie ein sanfter Mantel auf mein Gefieder. Hier verbringe ich meinen Winter – sicher, satt und von der Wärme umarmt.
Doch so weit ich auch fliege, ein Teil meines Herzens bleibt immer bei euch. Oft denke ich an die kalten Morgen, wenn eure Felder unter weißem Atem schlummern und die Dächer im Frostlicht glitzern. Auch wenn der Winter euch still macht, weiß ich, dass ihr uns nicht vergesst.
Ihr schützt unsere Nester, eure Hände bewahren unsere Wiesen, eure Herzen tragen Verantwortung für Natur und Art. Für all das bin ich dankbar – mehr, als ein Storch klappern kann.
Manchmal, wenn der afrikanische Abend sich rot über den Himmel legt, spüre ich ein Ziehen in mir. Es ist das Fernweh, das mich jedes Jahr zurück zu euch ruft. Eine Sehnsucht, die tiefer fliegt als jeder Wind. Dann stelle ich mir vor, wie der Frühling langsam über eure Landschaft wandert, wie die Bäche wieder zu reden beginnen und wie ihr nach oben schaut, wenn wir zurückkehren.
Bald wird der Himmel mir das Zeichen geben. Bald hebe ich ab, mit tausend warmen Gedanken in meinen Schwingen. Und wenn ich dann über eure Häuser gleite, wisst ihr: Ich bin wieder da.
Bis dahin bewahrt ihr den Winter für mich –
und ich bewahre die Vorfreude fĂĽr uns beide.
Mit dankbarem Klappern
Euer Storch


Liebe Kaira, lieber Alex, danke für die Zeilen. Ich wünsche mich manch mal auch in die Wärme. Mit der Sonne, die auf der Haut zu spüren ist. Leicht Kleidung und eine leichte Brise die mich streichelt. Aber es hält mich doch auch hier in meiner Heimat die winterlichen Düfte und Genüsse. Euch allerdings vermisse ich sehr, darum bin ich froh von euch zu lesen. Passt gut auf euch auf und wir passen auf uns auf. Und wenn ihr dann kommt feiern wir zusammen, den Frühling, die Fülle des neuen Jahres. Fühlt euch geliebt bis ganz bald. Mina