Zwischen Frost und Hoffnung – Warum im Kolbermoorer Horst noch kein Ei liegt

Gefühlt überall liest man: Hier ein Ei, dort das erste Gelege. Nur in Kolbermoor bleibt es bislang ruhig.

Natürlich war es im letzten Jahr eine Ausnahme, dass bereits am dritten Tag nach der Zusammenkunft von Alex & Kaira das erste Ei gelegt wurde. Damals spielten jedoch auch besondere Umweltbedingungen eine Rolle – wir waren bereits deutlich weiter im Frühjahr, Ende April, mit entsprechend stabileren Temperaturen.

Und jetzt?

Na?

Seit rund zehn Tagen beobachten wir Kaira & Felix mit zahlreichen Tretakten. Dabei wird schnell deutlich: Nicht jeder Tretakt von Felix sitzt perfekt. Das muss er aber auch nicht. Ein einziger erfolgreicher Tretakt reicht aus, um ein komplettes Gelege zu befruchten. Zudem besitzen Storchenweibchen die Fähigkeit, den aufgenommenen Samen über mehrere Tage hinweg zu speichern und zeitlich versetzt zu nutzen. Zwischen 7 und 14 Tagen liegt man immer noch im Schnitt. Woanders kann es 3 Wochen dauern 🙂

Was oft vergessen wird: Noch immer befinden sich viele sogenannte Ostzieher auf dem Rückweg aus ihren Winterquartieren. Diese treffen häufig erst bis Anfang April, teilweise sogar bis Mitte April ein. Und das ist völlig ausreichend – denn mit zunehmender Wärme verbessern sich die hormonellen Voraussetzungen für die Eiproduktion deutlich.

Die Natur folgt hier klaren Mechanismen. Die Evolution hat über lange Zeiträume hinweg dafür gesorgt, dass Fortpflanzung dann erfolgt, wenn die Bedingungen möglichst günstig sind.

Storchenweibchen können ihre Eiablage aktiv beeinflussen und an äußere Umstände anpassen. Zu den wichtigsten Faktoren zählen:

  • Nahrungsverfügbarkeit
  • Störungen am Horst (z. B. anhaltende Kämpfe, wie aktuell ein Nest zeigt, in dem ein Schwarzstorch sogar ständig ein Paar verjagt)
  • und vor allem das Wetter

Gerade das Wetter spielt aktuell eine entscheidende Rolle. Nach etwa anderthalb ungewöhnlich warmen Wochen folgten in Kolbermoor wieder Schnee, Frost und Regen. Keine optimalen Bedingungen für eine Eiablage.

Doch die Prognose ist vielversprechend: Ab Sonntag steigen die Temperaturen spürbar an, teilweise auf über 20 Grad. Das sind genau die Reize, die den Brutbeginn begünstigen können.

Und wenn dennoch keine Eier kommen?
Dann gilt weiterhin:
Keine Eier, keine Küken – und kein Drama.

Ja, wo isses denn?

Wir beobachten, wir begleiten – aber beeinflussen können wir es nicht. Und das ist auch gut so. Aber wer weis – vielleicht gibts Ostern ja die Eier 😉

Ein Gedanke zu „Zwischen Frost und Hoffnung – Warum im Kolbermoorer Horst noch kein Ei liegt

  • 8. April 2026 um 08:41 Uhr
    Permalink

    Die Beiden genießen scheinbar wirklich erstmal ihre Zweisamkeit ❤️.
    Ich frage mich allerdings, ob sich irgendwo um die Kamera rum buchstäblich ein Untermieter eingenistet hat.? Da ist ein Gekruschpel und Gepiepse. Tja, Wohnraum ist halt allerorten ziemlich knapp 😉

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